Erfahrungen BaPsy-DGPs: „Gut vorbereitet, trotzdem nervös“
Lea erreichte im BaPsy-DGPs Prozentrang 92. Hier verrät sie ihren Lernplan, ihre Strategie gegen Zeitdruck und Tipps für den Testtag.
Hey, ich bin Lea und habe den BaPsy direkt im Anschluss an meine Abiprüfungen geschrieben, nur wenige Wochen nach der letzten mündlichen Prüfung. Psychologie will ich studieren, seit ich in der zehnten Klasse ein Praktikum in einer Beratungsstelle gemacht habe. Mein Abischnitt liegt bei 1,6 – gut, aber für viele Unis eben nicht gut genug.
Mein Lernplan
Ich habe schon im Winter angefangen und mir einen festen Plan gemacht: drei bis vier Mal pro Woche kurze Einheiten von 20 bis 30 Minuten, immer im Wechsel zwischen den Bereichen. Während der Abiphase habe ich das etwas heruntergefahren, aber nie ganz aufgehört.
Verbales und figurales Denken lassen sich meiner Meinung nach super trainieren. Man erkennt nach einer Weile einfach die typischen Aufgabenmuster und weiß sofort, worauf man achten muss. Beim numerischen Schlussfolgern hat das bei mir länger gedauert. Da hat mir vor allem Kopfrechnen-Training geholfen, weil ohne Taschenrechner jede Sekunde zählt. Ich habe mir sogar eine App zum Kopfrechnen runtergeladen und in der Bahn geübt. Klingt nerdig, hat aber echt etwas gebracht.
Etwa einen Monat vor dem Test habe ich angefangen, komplette Simulationen unter echten Bedingungen zu machen: Handy in ein anderes Zimmer, Stoppuhr an, keine Pause. Meine Ergebnisse schwankten am Anfang stark, mal war ich zufrieden, mal ziemlich frustriert. Mit der Zeit wurde es stabiler.
Der Testtag
Am Morgen war ich unfassbar aufgeregt und habe kaum etwas gefrühstückt, was ich später bereut habe. Im Saal saßen hunderte Leute, alle mit ihrem durchsichtigen Mäppchen und einer Wasserflasche. Das hatte fast schon Abiprüfungs-Feeling. Sobald die Testhefte verteilt waren und es losging, war die Nervosität aber weg. Dafür war einfach keine Zeit.
So liefen die einzelnen Teile
Jeder Abschnitt hat ein festes Zeitfenster, und wenn die Zeit um ist, geht es sofort mit dem nächsten weiter. Beim verbalen Schlussfolgern waren die Antwortmöglichkeiten teilweise so ähnlich, dass ich zweimal hinschauen musste. Der Matheteil war fair, Stochastik und Kombinatorik waren für mich aber die größten Zeitfresser. Bei den Psychologie-Texten auf Deutsch und Englisch hatte ich zum Glück genug Zeit, um bei den Fragen noch einmal im Text nachzuschauen. Mein Englisch ist ziemlich gut, weil ich viele Serien im Original schaue, deshalb lief dieser Teil entspannt. Das figurale Denken war für mich der angenehmste Teil, fast schon wie ein Rätselspiel.
Eine Sache hatte ich mir vorher fest vorgenommen: nie zu lange an einer Aufgabe hängen bleiben. Wenn ich nach einer Minute keine Idee hatte, habe ich ein Kreuz gesetzt, mir die Aufgabe markiert und bin weiter. Falls am Ende des Abschnitts noch Zeit übrig war, bin ich zurückgegangen. Das hat mir am Ende wahrscheinlich einige Punkte gerettet.
Und dann kam die Mail
Ich bin mit einem ziemlich guten Gefühl rausgegangen, habe mich aber nicht getraut, mich zu früh zu freuen. Als das Zertifikat kam, saß ich gerade mit meiner Familie beim Abendessen: Prozentrang 92. Ich habe so laut geschrien, dass mein kleiner Bruder sein Glas umgekippt hat. Damit habe ich jetzt an mehreren Unis realistische Chancen.
Wenn ich euch etwas mitgeben darf: Fangt früh an und lernt lieber regelmäßig in kleinen Portionen, statt kurz vorher alles reinzupauken. Und frühstückt am Testtag ordentlich. Drei Stunden mit leerem Magen sind wirklich kein Spaß.
