Erfahrungen BaPsy-Test: „Ich dachte, ich hätte es komplett verhauen“
Trotz schlechtem Gefühl Prozentrang 85: Jonas erzählt, wie sein BaPsy-DGPs lief und warum man die Psychologie-Texte nicht unterschätzen sollte.
Hi, ich bin Jonas und habe dieses Jahr mein Abi gemacht – Schnitt 1,9. Für Psychologie reicht das an den meisten Unis nicht, deshalb war der BaPsy für mich eigentlich alternativlos. Mathe und Logik lagen mir schon immer, deshalb bin ich ehrlich gesagt ziemlich entspannt an die Sache rangegangen. Vielleicht ein bisschen zu entspannt.
Vorbereitung neben dem Abi
Richtig losgelegt habe ich erst etwa sechs Wochen vor dem Test, weil vorher die Abiprüfungen dran waren. Ich habe jeden Tag ungefähr eine Stunde geübt, meistens Mathe und numerisches Denken, weil ich dachte, da hole ich die meisten Punkte. Die Psychologie-Texte habe ich eher stiefmütterlich behandelt. Lesen kann ich ja, dachte ich. Rückblickend war das ein Fehler.
Der Testtag
Der Test fand in einer großen Halle statt, mit mehreren hundert Leuten. Personalausweis und ausgedruckte Einladung vorzeigen, Jacke und Rucksack an die Garderobe, Handy aus. Mit auf den Platz durften nur ein durchsichtiges Mäppchen, Wasser und ein kleiner Snack. Ein Kumpel von mir hatte seine Smartwatch vergessen abzunehmen und musste noch mal zurück zur Garderobe – also checkt das lieber vorher. Dann gab es die Testhefte, alles auf Papier, ganz klassisch. Der Testleiter hat sehr deutlich gemacht, dass man nur im gerade laufenden Abschnitt arbeiten darf.
Wo es gehakt hat
Der Matheteil lief tatsächlich gut. Die Aufgaben waren nicht lang oder kompliziert, eher solides Abiwissen: Ableitungen, ein bisschen Vektorrechnung, Wahrscheinlichkeiten. Man muss halt ohne Taschenrechner auskommen, aber das hatte ich geübt.
Richtig überrascht hat mich dagegen das Psychologieverständnis. In einem deutschen Text steckten so viele Formeln, Tabellen und Diagramme, dass er sich fast mathelastiger angefühlt hat als der eigentliche Matheteil. Ich saß da und dachte nur: Das kann doch nicht euer Ernst sein. Ich habe viel zu lange gebraucht, um die Tabelle überhaupt zu verstehen, und bei den letzten Fragen nur noch geraten.
Auch beim numerischen Schlussfolgern war die Zeit extrem knapp, deutlich knapper, als ich es aus den Übungen kannte. Wahrscheinlich lag das auch daran, dass ich nach dem Textteil schon ziemlich verunsichert war. Wenn der Kopf einmal anfängt zu rattern, ob man das noch schafft, verliert man noch mehr Zeit. Das verbale Schlussfolgern war okay, das figurale sogar ziemlich angenehm.
Die lange Wartezeit
Auf dem Heimweg war ich echt down. Ich hatte das Gefühl, irgendwo im unteren Drittel gelandet zu sein, und habe meinen Eltern schon erzählt, dass ich mich wohl auf ein Jahr Wartezeit oder ein anderes Fach einstellen muss. Die Wochen bis zum Ergebnis haben sich ewig gezogen.
Als dann das Zertifikat per E-Mail kam, konnte ich es kaum glauben: Prozentrang 85. Ich habe dreimal hingeschaut. Da habe ich verstanden, wie der BaPsy funktioniert: Er wird relativ bewertet. Du wirst mit allen anderen verglichen, die im selben Jahr mitgeschrieben haben. Wenn du ihn schwer findest, geht es den anderen meistens genauso.
Was ich anders machen würde
Ich würde früher anfangen und die Textaufgaben genauso ernst nehmen wie Mathe. Gerade Texte mit Grafiken, Tabellen und Statistik muss man üben, damit man im Test nicht erst lange überlegt, was da eigentlich dargestellt ist. Und ich würde mir vorher eine klare Regel setzen, ab wann ich eine Aufgabe überspringe. Wer sich bei einer einzigen Frage festbeißt, verschenkt Punkte bei den leichteren.
Ach ja, und noch etwas: Lasst euch vom Bauchgefühl nach dem Test nicht verrückt machen. Meins lag komplett daneben.
