Das BaPsy-Ergebnis
Alles zu Prozentrang, Standardwert & Co.
Der Test ist geschafft, und jetzt heißt es warten. Doch wenn das Zertifikat endlich da ist, stellen sich viele die gleiche Frage: Was sagen Prozentrang und Standardwert eigentlich aus? Und reicht mein Ergebnis für einen Studienplatz?
BaPsy-DGPs Ergebnis: Das Wichtigste in Kürze
- Dein Ergebnis wird mit zwei Kennwerten angegeben: Prozentrang und Standardwert.
- Der Prozentrang zeigt, wie du im Vergleich zu allen Teilnehmenden deines Testjahres abgeschnitten hast.
- Der Standardwert hat einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 10.
- Jede Hochschule entscheidet selbst, welchen Wert sie nutzt und wie stark sie ihn gewichtet.
- Das Zertifikat gilt nach Empfehlung der DGPs mindestens fünf Jahre.
Was bedeutet der Prozentrang?
Der Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Teilnehmenden deines Testjahres ein gleich gutes oder schlechteres Ergebnis erzielt haben. Ein Beispiel: Mit einem Prozentrang von 80 warst du mindestens so gut wie 80 Prozent aller Teilnehmenden. Nur 20 Prozent haben besser abgeschnitten.
Ganz wichtig: Der Prozentrang sagt nicht, wie viele Aufgaben du richtig gelöst hast. Ein Prozentrang von 70 heißt also nicht, dass du 70 Prozent der Aufgaben geschafft hast. Es geht immer um deine Position im Vergleich zu den anderen.
Was bedeutet der Standardwert?
Der Standardwert, auch Z-Wert genannt, ist deine umgerechnete Punktzahl. Er wird auf eine Skala mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 10 übertragen. Ein Standardwert von 100 entspricht genau dem Durchschnitt deines Jahrgangs. Mit 110 liegst du eine Standardabweichung über dem Durchschnitt, mit 90 eine darunter.
Prozentrang oder Standardwert: Was zählt?
Beide Werte stehen auf deinem Zertifikat und beschreiben dasselbe Ergebnis, nur auf unterschiedlichen Skalen. Welchen Wert eine Hochschule für die Zulassung nutzt, entscheidet sie selbst. Der Unterschied ist nicht nur eine Formsache:
- Im Mittelfeld trennt der Prozentrang stark. Weil dort die meisten Teilnehmenden liegen, verschieben schon wenige Punkte deinen Prozentrang deutlich.
- An der Spitze trennt der Standardwert besser. Zwischen Prozentrang 95 und 99 liegen nur vier Ränge, beim Standardwert kann dahinter aber ein spürbarer Abstand stecken.
- Beim Standardwert sind die Abstände gleich groß. Der Schritt von 100 auf 105 zählt genauso viel wie der von 115 auf 120.
Für deine Bewerbung heißt das: Schau in den Bewerbungsinformationen jeder Wunsch-Uni nach, welcher Wert verlangt wird, und gib genau diesen an. Ein Spitzenergebnis kann an Unis mit Standardwert sogar etwas mehr bringen als der Prozentrang vermuten lässt.
Welcher Prozentrang ist gut?
Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht, aber eine grobe Einordnung hilft:
- Prozentrang unter 50: Unterdurchschnittlich. Je nach Hochschule kann das Ergebnis trotzdem Zusatzpunkte bringen.
- Prozentrang 50 bis 70: Solides Ergebnis im Mittelfeld und darüber.
- Prozentrang 70 bis 90: Sehr gut. Du gehörst zu den besten 30 Prozent und verbesserst deine Chancen deutlich.
- Prozentrang über 90: Hervorragend. Damit kannst du auch eine mittelmäßige Abinote spürbar ausgleichen.
Welcher Standardwert ist gut?
Auch hier gibt es keine feste Vorgabe. Im Folgenden einige Richtwerte (die Prozentränge in Klammern sind Näherungswerte für eine Normalverteilung):
- Standardwert unter 100: Unterdurchschnittlich (unter Prozentrang 50).
- Standardwert 100 bis 105: Solides Mittelfeld (etwa Prozentrang 50 bis 70).
- Standardwert 105 bis 113: Sehr gut (etwa Prozentrang 70 bis 90).
- Standardwert über 113: Hervorragend (etwa Prozentrang über 90).
- Mit einem Standartwert ab 120 gehörst du ungefähr zu den besten 2 Prozent.
Welches Ergebnis brauche ich für meine Abinote?
Das hängt stark von der Hochschule ab. Ein Beispiel: An der LMU München zählt der Prozentrang zu 40 Prozent und die Abiturnote zu 60 Prozent. Bei einem Grenzwert von 1,54 im vergangenen Semester hättest du mit einem Abi-Schnitt von 1,0 einen Prozentrang von mindestens 73 gebraucht. Mit Abi 1,9 wäre sogar ein Prozentrang von 100 nötig gewesen.
Für eine erste Einschätzung bieten mehrere Anbieter BaPsy-Rechner an. Dort gibst du deine Abinote ein und siehst, welchen Prozentrang du an den einzelnen Unis ungefähr brauchst. Beachte aber, dass sich die Grenzwerte jedes Jahr ändern.
Kann mir ein schlechtes Ergebnis schaden?
In der Regel nicht. An vielen Hochschulen wird das Testergebnis zur Abinote addiert, ein schwaches Ergebnis bringt dann einfach weniger Zusatzpunkte. Prüfe die Regeln deiner Wunsch-Uni trotzdem genau.
Wann kommt das Ergebnis und wie reiche ich es ein?
Das Zertifikat bekommst du per E-Mail, in der Regel Mitte Juni – unabhängig davon, ob du den BaPsy-DGPs im Herbst oder im Frühjahr absolviert hast. Das liegt daran, dass dein Prozentrang im Vergleich zu allen Teilnehmenden des Testjahres berechnet wird. In der Online-Bewerbung gibst du dann deinen Prozentrang beziehungsweise Standardwert an.
