Deltaprüfung Uni Mannheim: So lief mein Prüfungstag ab
Ein persönlicher Bericht zur Deltaprüfung an der Uni Mannheim: Infos zu Aufgaben, Zeitdruck und Vorbereitung – mit Tipps für den Prüfungstag.
Für die Deltaprüfung hatte ich mich angemeldet, weil ich gerne an einer Uni in Baden-Württemberg studieren wollte, aber nur die Fachhochschulreife besaß. Ich hatte von der Prüfung ehrlich gesagt noch nie etwas gehört. Erst bei der Recherche zu den Zulassungsvoraussetzungen für das Studium bin ich darauf gestoßen.
Nachdem feststand, dass ich die Deltaprüfung ablegen muss, habe ich mich online angemeldet und angefangen, mich mit den verschiedenen Aufgabenarten zu beschäftigen. Es war unglaublich wichtig, vorher schon einmal zu sehen, wie Matrizen, Schlussfolgerungen oder die Aufgaben mit Diagrammen aufgebaut sind, und die entsprechenden Aufgabentypen regelmäßig zu üben. So wusste ich auch ungefähr, was mich am Prüfungstag erwarten würde, und war nicht allzu aufgeregt.
Ankunft an der Uni Mannheim
Am Prüfungsmorgen war ich deutlich früher in Mannheim als notwendig. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung, denn ich war ziemlich nervös und wollte auf keinen Fall noch zusätzlichen Stress bekommen, weil ich meinen Prüfungsraum nicht rechtzeitig finde.
Der Einlass begann um 9 Uhr. Vor dem Prüfungsraum mussten wir zunächst warten und wurden dann nach und nach hineingelassen. Dabei wurde auch der Ausweis kontrolliert. Ich hatte meinen Personalausweis deshalb die ganze Zeit griffbereit.
Im Raum selbst war die Stimmung merklich angespannt. Viele Teilnehmer saßen einfach ruhig auf ihren Plätzen, andere gingen noch einmal ihre Unterlagen oder Hinweise durch. Da man während des Tests keine eigenen Hilfsmittel verwenden darf, hatte ich nicht viel dabei.
Vor Beginn der eigentlichen Prüfung wurden als erstes die wichtigsten Regeln erklärt. Ich fand die Einweisung hilfreich, weil dadurch noch einmal klar wurde, wie die Bearbeitung abläuft und worauf man während des Tests achten muss.
Matrizen: In die Prüfung hineinfinden
Los ging es mit den Matrizen. Dabei muss man erkennen, nach welchem Prinzip verschiedene Figuren angeordnet sind und welches Element eine Reihe oder ein Schema sinnvoll ergänzt.
Ich hatte solche Aufgaben vorher schon häufiger geübt und dachte deshalb eigentlich, dass mir dieser Teil relativ leichtfallen würde. Einige Aufgaben waren tatsächlich schnell lösbar, bei anderen musste ich aber deutlich länger überlegen. Gerade wenn mehrere Veränderungen gleichzeitig in einer Matrix vorkamen, wurde es schwieriger.
Für die 22 Aufgaben stehen 30 Minuten zur Verfügung. Ich habe versucht, mich nicht zu lange an einer einzelnen Aufgabe aufzuhalten. Wenn ich nach einiger Zeit keine klare Lösung gesehen habe, bin ich erst einmal weitergegangen. Das war für mich besser, als schon am Anfang zu viel Zeit zu verlieren.
Quantitatives Problemlösen: Mehr als rechnen
Vor dem mathematischen Teil hatte ich den größten Respekt. Beim quantitativen Problemlösen gibt es ebenfalls 22 Aufgaben, für die insgesamt 45 Minuten vorgesehen sind.
Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass es weniger darum geht, besonders komplizierte Mathematik zu beherrschen. Die Herausforderung ist eher, aus den Infos in einer Aufgabe herauszufiltern, was überhaupt berechnet werden soll und welcher Rechenweg sinnvoll ist.
Da kein Taschenrechner erlaubt ist, sollte man aber auf jeden Fall einigermaßen sicher im Kopfrechnen und im schriftlichen Rechnen sein.
Sprachgefühl: Wenig Zeit zum Nachdenken
Anschließend kam der Bereich Sprachgefühl. Hier müssen Lücken in Sätzen mit passenden Begriffen ergänzt werden. Insgesamt sind wieder 22 Aufgaben zu lösen, diesmal allerdings in nur 20 Minuten.
Das war der Abschnitt, bei dem ich den Zeitdruck am stärksten gespürt habe. Bei manchen Sätzen war die passende Antwort für mich sofort klar. Bei anderen klangen gleich mehrere Möglichkeiten erst einmal vernünftig.
Ich habe deshalb versucht, mich auf mein erstes Sprachgefühl zu verlassen und nicht jede Antwort zu sehr zu hinterfragen. Rückblickend war das wahrscheinlich die richtige Strategie, denn für langes Überlegen bleibt in diesem Teil kaum Zeit.
Schlussfolgerungen: Genauigkeit ist entscheidend
Danach kamen die Schlussfolgerungen. Hier müssen wieder 22 Aufgaben bearbeitet werden, und zwar in einer halben Stunde.
In diesem Testabschnitt musste ich mich besonders konzentrieren. Man bekommt bestimmte Infos vorgegeben und soll daraus ableiten, welche der ebenfalls vorgegebenen Aussagen daraus folgen. Für mich bestand die Schwierigkeit darin, wirklich nur mit den Angaben aus der Aufgabe zu arbeiten und nicht automatisch eigenes Wissen oder Vermutungen einzubeziehen.
Bei einigen Aufgaben klingt eine bestimmte Antwort auf den ersten Blick völlig logisch. Liest man die Angaben aber noch einmal genau, merkt man, dass die Aussage gar nicht eindeutig daraus hervorgeht. Nach einer Weile hatte ich mich einigermaßen darauf eingestellt. Trotzdem fand ich diesen Abschnitt insgesamt ziemlich anspruchsvoll.
Diagramme und Tabellen: Zum Schluss noch einmal konzentrieren
Der letzte Prüfungsteil war die Auswertung von Diagrammen und Tabellen. Dafür stehen 60 Minuten zur Verfügung, sodass dieser Bereich mit Abstand die längste Bearbeitungszeit hat.
Man bekommt unterschiedliche Informationen grafisch oder tabellarisch dargestellt und muss daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Ich fand diesen Teil grundsätzlich gut machbar. Allerdings merkte ich inzwischen deutlich, dass die Konzentration nach mehreren Stunden nachließ.
Mein Tipp wäre deshalb, auch bei scheinbar einfachen Aufgaben genau auf Einheiten, Prozentangaben, Achsen und Formulierungen zu achten. Ein kleiner Lesefehler kann schnell dazu führen, dass man eine eigentlich einfache Frage falsch beantwortet.
Da dieser Abschnitt zeitlich etwas großzügiger bemessen ist, hatte ich hier aber zum ersten Mal das Gefühl, nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen.
Mein Eindruck von der Deltaprüfung
Direkt danach konnte ich überhaupt nicht einschätzen, wie gut oder schlecht es gelaufen war. Bei einigen Aufgaben war ich mir sehr sicher, bei anderen hatte ich zwischen zwei Antworten geschwankt. Besonders bei den Matrizen und den Schlussfolgerungen hatte ich einige Fragezeichen im Kopf.
Insgesamt fand ich die Deltaprüfung anspruchsvoll, aber fair. Man muss dafür keine bestimmten Schulfächer auswendig lernen. Viel wichtiger sind logisches Denken, Sprachverständnis, der Umgang mit Zahlen und die Fähigkeit, Informationen schnell und genau auszuwerten.
Wer die Prüfung noch vor sich hat, sollte sich meiner Meinung nach vor allem mit den Aufgabentypen vertraut machen. Mir hat es sehr geholfen, dass ich am Prüfungstag keine völlig unbekannten Aufgabenformate mehr vor mir hatte.
Außerdem sollte man den Zeitdruck nicht unterschätzen. Beim Üben würde ich deshalb irgendwann anfangen, Aufgaben auch mit Zeitbegrenzung zu bearbeiten. Dadurch bekommt man ein besseres Gefühl dafür, wann es sinnvoll ist, eine schwierige Aufgabe erst einmal auszulassen und mit der nächsten weiterzumachen.
