Erfahrungen Duales Studium Bauingenieurwesen
Erfahrungsbericht zum dualen Studium Bauingenieurwesen: So können Online-Test, Vorstellungsgespräch und Assessment Center beim Dualen Partner ablaufen.
Schon während meiner Schulzeit stand für mich fest, dass ich später etwas Technisches machen möchte. Besonders spannend fand ich alles, was mit großen Bauprojekten zu tun hat. Deshalb habe ich mich für ein duales Studium Bauingenieurwesen bei einem größeren Bauunternehmen beworben.
Dass ich dafür zunächst ein Auswahlverfahren bestehen musste, war mir klar. Trotzdem war ich ziemlich aufgeregt, als die Einladung zum Einstellungstest kam. Hier erzähle ich, wie meine Bewerbung, der Online-Test und das persönliche Auswahlgespräch abgelaufen sind.
Meine Bewerbung beim Dualen Partner
Auf das Unternehmen bin ich über die Website einer Dualen Hochschule aufmerksam geworden. Dort gab es eine Übersicht mit möglichen Praxispartnern. Nachdem ich mir die Karriereseite angesehen hatte, war mein Interesse sofort geweckt. Das Unternehmen arbeitete an verschiedenen Hoch- und Tiefbauprojekten und bot einen dualen Studienplatz im Bauingenieurwesen an.
Die Bewerbung lief über ein Online-Portal. Ich musste meine persönlichen Daten eingeben und meinen Lebenslauf sowie die letzten beiden Schulzeugnisse hochladen. Außerdem sollte ich kurz erklären, weshalb ich Bauingenieurwesen studieren wollte. Dabei habe ich besonders mein Interesse an Mathematik, Physik und technischen Konstruktionen hervorgehoben.
Etwa zwei Wochen später erhielt ich eine E-Mail mit der Einladung zu einem Online-Einstellungstest.
Der Online-Einstellungstest
Den Einstellungstest konnte ich von zu Hause aus absolvieren. Laut Einladung sollte ich ungefähr 90 Minuten einplanen. Vor dem Start wurden die technischen Voraussetzungen erklärt und ich konnte einige Übungsaufgaben bearbeiten. Das fand ich hilfreich, weil ich mich dadurch zunächst mit der Bedienung vertraut machen konnte.
Der eigentliche Test bestand aus mehreren Aufgabenbereichen. Zunächst ging es um Mathematik. Ich musste Prozentrechnungen durchführen, Gleichungen lösen und geometrische Zusammenhänge erkennen. Einige Aufgaben waren recht einfach, andere verlangten mehrere Rechenschritte.
Anschließend folgten Aufgaben zum logischen Denken. Dabei musste ich Zahlenreihen ergänzen und Muster erkennen. Besonders unter Zeitdruck waren diese Aufgaben anspruchsvoller, als ich erwartet hatte.
Der nächste Testabschnitt beschäftigte sich mit technischem Verständnis. Hier wurden unter anderem einfache mechanische Zusammenhänge dargestellt. Bei manchen Aufgaben musste ich überlegen, wie sich Kräfte auswirken oder welche Auswirkungen bestimmte Veränderungen auf eine Konstruktion haben könnten.
Danach folgten Aufgaben zum räumlichen Vorstellungsvermögen. Ich sollte zum Beispiel erkennen, wie Körper aus unterschiedlichen Blickwinkeln aussehen oder welche dreidimensionale Figur sich aus einer bestimmten Vorlage zusammensetzen lässt.
Dieser Bereich hatte es in sich. Obwohl ich mir räumliche Zusammenhänge normalerweise gut vorstellen kann, musste ich bei einigen Aufgaben ziemlich lange überlegen.
Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Konzentrationstest. Insgesamt hatte ich das Gefühl, den Einstellungstest ordentlich gemeistert zu haben. Bei manchen Fragen war ich mir allerdings unsicher, ob meine Antworten richtig waren.
Die Einladung zum persönlichen Auswahlverfahren
Ungefähr eine Woche später kam eine positive Rückmeldung. Ich hatte den Online-Test bestanden und wurde zum persönlichen Auswahlverfahren in die Unternehmenszentrale eingeladen.
Vor Ort traf ich auf mehrere andere Bewerberinnen und Bewerber. Nach einer kurzen Begrüßung stellte eine Mitarbeiterin aus der Personalabteilung das Unternehmen und den Ablauf des Tages vor.
Anschließend bekamen wir eine Gruppenaufgabe. Wir sollten gemeinsam überlegen, wie sich ein fiktives Bauprojekt unter bestimmten zeitlichen und finanziellen Vorgaben organisieren ließe. Dabei ging es weniger um detailliertes Fachwissen als um unsere Zusammenarbeit.
Ich versuchte, eigene Ideen einzubringen, gleichzeitig aber auch auf die Vorschläge der anderen einzugehen. Besonders wichtig fand ich, ruhig zu bleiben und nicht unbedingt jede Diskussion bestimmen zu wollen.
Das Vorstellungsgespräch
Nach der Gruppenaufgabe folgte mein persönliches Vorstellungsgespräch. Mir saßen eine Mitarbeiterin der Personalabteilung und ein Bauingenieur aus dem Unternehmen gegenüber.
Zunächst sollte ich etwas über mich erzählen und erklären, warum ich mich für das duale Studium Bauingenieurwesen entschieden hatte. Anschließend wollten die beiden wissen, was ich über das Unternehmen wusste und welche Bauprojekte mich besonders interessierten.
Außerdem wurde ich gefragt, wie ich mit Stress umgehe, welche Stärken ich mitbringe und ob ich lieber allein oder im Team arbeite.
Eine Frage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Was würde ich tun, wenn ich auf einer Baustelle bemerke, dass etwas nicht nach Plan läuft? Ich antwortete, dass ich die Situation zunächst einschätzen und anschließend mit der verantwortlichen Person besprechen würde, anstatt eigenmächtig Änderungen vorzunehmen.
Meine Erfahrungen und Tipps
Das Gespräch dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Danach hatte ich noch Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen. Mich interessierte vor allem, welche Abteilungen ich während der Praxisphasen kennenlernen würde und wie die Betreuung der dual Studierenden organisiert ist.
Einige Tage später kam schließlich die erhoffte Nachricht: Ich hatte die Zusage für das duale Studium Bauingenieurwesen bekommen!
Rückblickend war das gesamte Auswahlverfahren anspruchsvoll, aber fair. Besonders hilfreich war für mich, dass ich mich vorher mit typischen Einstellungstestaufgaben beschäftigt und Informationen über das Unternehmen gesammelt hatte.
Mein wichtigster Tipp an zukünftige Bewerber ist deshalb: Bereitet euch rechtzeitig vor und informiert euch über euren Praxispartner. Wiederholt die Grundlagen aus Mathematik, trainiert logisches und räumliches Denken und beschäftigt euch mit technischen Zusammenhängen. Im Vorstellungsgespräch solltet ihr authentisch bleiben und zeigen, weshalb ihr euch wirklich für das Bauingenieurwesen interessiert.
