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Öffentlicher Dienst – Ausbildung & Karriere

Erfahrungen Duales Studium Informatik: Einstellungstest und Coding-Challenge

Ein Bewerber berichtet vom Online-Test, einer Coding-Challenge und dem Vorstellungsgespräch beim Dualen Partner.

Als ich meine erste eigene Website programmiert habe, war ich gerade einmal 15 Jahre alt. Besonders schön sah sie nicht aus, und die Navigation funktionierte auch nicht auf Anhieb. Trotzdem war ich ziemlich stolz, als endlich alles lief. Seitdem hat mich das Programmieren nicht mehr losgelassen. Nach dem Abitur wollte ich deshalb unbedingt Informatik studieren, am liebsten dual.

Meine Bewerbung bei einem Softwareunternehmen war schnell abgeschickt. Was danach folgte, war umfangreicher, als ich erwartet hatte: ein Online-Test, eine Programmieraufgabe und ein Bewerbungsgespräch, bei dem ich sogar meinen eigenen Code erklären musste.

Duales Studium Informatik: Alles begann mit einer kleinen Website

Das Unternehmen, bei dem ich mich beworben hatte, entwickelt Softwarelösungen für andere Firmen. Besonders interessant fand ich, dass die dual Studierenden bereits während ihrer Praxisphasen in echten Entwicklungsprojekten mitarbeiten sollten.

Für meine Bewerbung brauchte ich einen Lebenslauf, meine Schulzeugnisse und ein kurzes Motivationsschreiben. Zusätzlich konnte ich freiwillig eigene Projekte vorstellen. Deshalb fügte ich einen Link zu meinem GitHub-Profil hinzu, auf dem ich einige kleinere Programme veröffentlicht hatte.

Ungefähr eine Woche später bekam ich eine E-Mail aus der Personalabteilung. Meine Bewerbung hatte offenbar Interesse geweckt, und ich durfte an einem Online-Eignungstest teilnehmen. In der Einladung stand, dass ich den Test innerhalb von sieben Tagen absolvieren sollte. Insgesamt waren dafür ungefähr 80 Minuten vorgesehen.

Einstellungstest Duales Studium Informatik: Logik statt programmieren

Ich hatte eigentlich erwartet, dass gleich zu Beginn meine Programmierkenntnisse überprüft würden. Stattdessen startete der Online-Test mit klassischen Aufgaben zum logischen Denken. Ich musste Zahlenfolgen ergänzen, Muster erkennen und Schlussfolgerungen aus kurzen Texten ziehen. Bei einigen Aufgaben ging es darum, Regeln hinter bestimmten Zeichenkombinationen zu verstehen. Das fand ich teilweise ziemlich knifflig.

Anschließend folgte ein Mathematikteil mit Gleichungen, Prozentrechnung und einfachen Funktionen. Die Aufgaben waren grundsätzlich lösbar, allerdings lief im Hintergrund ständig ein Timer. Gerade bei längeren Textaufgaben musste ich aufpassen, nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Zum Schluss gab es Fragen zu grundlegenden IT-Begriffen und technischen Zusammenhängen. Unter anderem musste ich unterscheiden, welche Aufgaben Betriebssysteme, Datenbanken und Netzwerke übernehmen. Als ich den Test abgeschickt hatte, war ich erst einmal erleichtert. Ob meine Ergebnisse für die nächste Runde reichen würden, wusste ich allerdings nicht.

Programmieraufgabe

Vier Tage später erhielt ich eine weitere Nachricht. Ich hatte die erste Auswahlrunde geschafft! Als Nächstes sollte ich eine kleine Programmieraufgabe bearbeiten.

Anders als beim Online-Test gab es diesmal keine direkte Zeitüberwachung. Ich bekam eine Aufgabenbeschreibung und sollte innerhalb einer festgelegten Frist meine Lösung einreichen. Die Aufgabe klang zunächst ziemlich einfach: Ich sollte ein kleines Programm entwickeln, das eine Liste von Datensätzen einliest, bestimmte Informationen herausfiltert und die Ergebnisse übersichtlich ausgibt.

Allerdings gab es einige zusätzliche Anforderungen. Das Programm sollte beispielsweise auch dann funktionieren, wenn einzelne Eingaben fehlerhaft oder unvollständig waren. Außerdem sollte ich meinen Code verständlich strukturieren und kurz dokumentieren. Ich entschied mich für Python, weil ich damit bereits etwas Erfahrung hatte. Die Grundfunktionen waren relativ schnell geschrieben. Schwieriger war es, die verschiedenen Sonderfälle zu berücksichtigen.

Besonders lange beschäftigte mich ein Fehler, der nur bei einer bestimmten Kombination von Eingabewerten auftrat. Erst nachdem ich mehrere Testfälle ausprobiert hatte, fand ich die Ursache. Am Ende war ich mit meiner Lösung zufrieden. Trotzdem blieb die Frage, ob ich vielleicht etwas Wichtiges übersehen hatte.

Duales Studium Informatik: Videointerview

Einige Tage nach der Abgabe wurde ich zu einem Videointerview mit zwei Softwareentwicklern eingeladen. Schon in der Einladung stand, dass wir gemeinsam über meine Programmieraufgabe sprechen würden. Das Gespräch begann ganz entspannt. Die beiden stellten sich vor und erzählten kurz, an welchen Projekten sie arbeiteten. Anschließend teilte einer der Entwickler seinen Bildschirm und öffnete meinen eingereichten Code.

In diesem Moment wurde ich doch ziemlich nervös. Zunächst sollte ich erklären, wie mein Programm aufgebaut war und warum ich mich für bestimmte Lösungen entschieden hatte. Das klappte ganz gut, denn schließlich hatte ich den Code selbst geschrieben.

Dann kam die schwierigere Frage: Was würde passieren, wenn das Programm nicht nur einige Hundert, sondern mehrere Millionen Datensätze verarbeiten müsste? Darüber hatte ich vorher kaum nachgedacht. Ich erklärte, dass meine Lösung bei großen Datenmengen möglicherweise zu langsam werden könnte und ich deshalb prüfen würde, wie sich die Verarbeitung effizienter gestalten lässt.

Die Entwickler fragten weiter nach. Dabei merkte ich, dass sie gar nicht unbedingt eine perfekte Antwort erwarteten. Vielmehr wollten sie offenbar sehen, wie ich an unbekannte technische Probleme herangehe.

Duales Studium Informatik: Ein Blick hinter die Kulissen

Nach dem technischen Interview wurde ich zu einem persönlichen Kennenlerntag im Unternehmen eingeladen. Dort traf ich erstmals meine mögliche zukünftige Praxisbetreuerin. Sie zeigte mir die Arbeitsplätze und erklärte, wie die Softwareteams organisiert waren. Besonders überrascht hat mich, wie viel bei der Softwareentwicklung gemeinsam besprochen wird. Ich hatte mir den Beruf früher so vorgestellt, dass man hauptsächlich allein vor dem Computer sitzt.

Anschließend durfte ich bei einem kurzen Teammeeting zuhören. Die Entwickler besprachen, welche Aufgaben bereits erledigt waren und wo noch Probleme bestanden. Im Vorstellungsgespräch ging es dann auch viel um Zusammenarbeit. Ich sollte erzählen, wie ich mit Kritik umgehe, was ich bei technischen Schwierigkeiten mache und wie ich mich organisiere, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig anstehen.

Die Zusage kam schneller als gedacht

Nach diesem Tag war ich ziemlich optimistisch. Besonders gut hatte mir gefallen, dass die Mitarbeiter offen über ihre Arbeit gesprochen hatten und ich einen realistischen Einblick in den Berufsalltag bekommen hatte. Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob meine Programmieraufgabe und das technische Interview gut genug gewesen waren. Drei Tage später kam schließlich die Zusage. Ich hatte den Studienplatz bekommen!

Rückblickend war vor allem die Coding-Challenge eine wertvolle Erfahrung. Dabei habe ich gemerkt, dass es beim Programmieren nicht nur darauf ankommt, eine funktionierende Lösung zu finden. Ebenso wichtig ist es, den eigenen Code verständlich aufzubauen, verschiedene Fälle zu testen und technische Entscheidungen erklären zu können.

Was ich anderen Bewerbern empfehlen würde

Wer sich für ein duales Studium der Informatik bewirbt, sollte sich meiner Meinung nach auf unterschiedliche Testverfahren einstellen. In meinem Auswahlverfahren wurden sowohl Mathematik und logisches Denken als auch praktische Programmierkenntnisse geprüft.

Besonders hilfreich fand ich, dass ich vor meiner Bewerbung bereits kleinere eigene Projekte umgesetzt hatte. Dadurch konnte ich im Gespräch konkrete Beispiele nennen und hatte weniger Schwierigkeiten, meine Arbeitsweise zu erklären.

Für den Online-Einstellungstest würde ich vor allem Aufgaben zu Logik, Mathematik und Konzentration trainieren. Falls eine Coding-Challenge angekündigt ist, lohnt es sich außerdem, grundlegende Programmierkonzepte zu wiederholen und kleine Programme selbstständig zu entwickeln.

Und noch ein Tipp: Wenn ihr bei einer technischen Frage nicht sofort die richtige Antwort wisst, versucht euren Gedankengang zu erklären. Schließlich geht es in der Informatik oft darum, Probleme zu untersuchen, neue Lösungen auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen.

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