TMSnat-Vorbereitung: Erfahrung aus dem ersten Jahrgang
Hannah macht 2027 Abi und schreibt den ersten TMSnat. Sie erzählt, wie sie sich ohne Erfahrungswerte vorbereitet und was sie dabei stresst.
Hallo, ich bin Hannah, 18, und mache im Frühjahr 2027 Abitur. Seit ich denken kann, will ich Ärztin werden. Mein Vater ist Hausarzt, und ich habe in den Ferien oft in seiner Praxis ausgeholfen. Im Mai 2027 schreibe ich den allerersten TMSnat. Das bedeutet: Es gibt noch keine echten Erfahrungsberichte, keine Prozentränge aus dem Vorjahr, keine Tipps von Leuten, die ihn schon geschrieben haben. Ich erzähle euch, wie ich mich trotzdem vorbereite.
Erst mal Chaos im Kopf
Als ich im Frühjahr 2026 erfahren habe, dass der TMS durch den TMSnat ersetzt wird, war ich ziemlich verunsichert. Alle Bücher, YouTube-Videos und Foren-Beiträge drehten sich um den alten TMS. Ich wusste nicht, was ich überhaupt lernen soll. Erst als im Juni die geplante Zusammensetzung des Tests veröffentlicht wurde, hatte ich endlich eine Grundlage: acht Aufgabengruppen, 176 Aufgaben, knapp fünf Stunden.
Mein Vorteil: Ich bin noch in der Schule
Das klingt vielleicht komisch, aber dass ich gerade mitten im Abi stecke, ist für den Naturwissenschaftsteil ein echter Vorteil. Ich habe Bio und Chemie als Leistungskurse, und in Physik bin ich auch noch drin. Vieles, was im TMSnat abgefragt wird, lerne ich sowieso gerade für die Schule. Ich versuche deshalb, beides zu verbinden. Wenn wir in Bio Genetik machen, übe ich gleichzeitig TMSnat-Aufgaben zu dem Thema.
Der Nachteil ist natürlich die Doppelbelastung. Klausuren, Abi-Vorbereitung und dann noch fünf Stunden TMSnat-Simulation am Wochenende. Manchmal frage ich mich, wie ich das alles schaffen soll.
So sieht mein Lernplan aus
Ich habe im September angefangen und lerne an vier Tagen pro Woche jeweils etwa 45 Minuten für den TMSnat. Am Anfang habe ich mit den Aufgabengruppen begonnen, die es schon im TMS gab, weil es dafür einfach mehr Übungsmaterial gibt. Quantitative und formale Probleme fand ich anfangs richtig schwer, mittlerweile erkenne ich die typischen Aufgabentypen ziemlich schnell. Beim Textverständnis lese ich jetzt zuerst die Fragen und dann gezielt den Text, das spart viel Zeit.
Das Fakten lernen ist mein Lieblingsteil. Ich baue mir zu jeder Person eine kleine Geschichte. Der 52-jährige Bäcker mit Diabetes sitzt bei mir in einer Konditorei und kann seine eigenen Torten nicht essen. Klingt albern, funktioniert aber.
Ab Januar mache ich jeden zweiten Sonntag eine Komplettsimulation. Meine Eltern haben mir versprochen, dass an diesen Tagen niemand stört. Mein kleiner Bruder hat zwar protestiert, aber er muss da durch.
Wo ich noch Probleme habe
Diagramme und Tabellen sind meine größte Baustelle. Klassische Balken- und Liniendiagramme sind kein Problem, aber bei Boxplots oder Kaplan-Meier-Kurven muss ich jedes Mal überlegen, was da eigentlich dargestellt ist. Ich habe mir deshalb eine Übersicht gebastelt, auf der jeder Diagrammtyp mit einem Beispiel und den typischen Fallen erklärt ist. Die hängt jetzt über meinem Schreibtisch. Auch das arithmetische Problemlösen ganz am Ende des Tests macht mir Sorgen. In meiner ersten Simulation war ich nach viereinhalb Stunden so müde, dass ich bei einfachsten Aufgaben Fehler gemacht habe.
Was mich stresst
Am meisten Sorgen macht mir, dass niemand genau weiß, wie schwer der Test wirklich wird. Die Vorbereitungsanbieter haben zwar Übungsaufgaben für die neuen Teile entwickelt, aber ob die dem echten Niveau entsprechen, zeigt sich erst im Mai. Dazu kommt, dass in der Übergangsphase manche Unis noch alte TMS-Ergebnisse werten. Ich weiß also nicht genau, mit wem ich eigentlich um die Plätze konkurriere.
Mir hilft es, mich auf das zu konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Ich kenne den Aufbau, ich kenne die Aufgabentypen, und ich habe einen Plan. Mehr kann ich nicht tun.
Was ich mir für den Testtag vorgenommen habe
Ich melde mich direkt in der ersten Woche an, damit ich einen Testort in meiner Nähe bekomme. Am Abend vorher lerne ich nichts mehr, sondern gehe früh schlafen. Und ich nehme genug Essen für die Mittagspause mit. Nach dem Test schreibe ich bestimmt noch mal, wie es wirklich war. Drückt mir die Daumen!
