Alles zum EMS
Aufgaben, Anmeldung, Ergebnisse, Vorbereitung
Der EMS – Eignungstest für das Medizinstudium – ist das zentrale Auswahlverfahren für viele medizinische Studienplätze in der Schweiz. Wer Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin oder Chiropraktik an einer Hochschule mit Numerus clausus studieren möchte, muss in der Regel ein ausreichend gutes Testergebnis erreichen.
Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Wissensprüfung. Du musst also nicht vorab Anatomie, Biochemie oder medizinische Fachbegriffe auswendig lernen. Gefragt sind vielmehr Fähigkeiten wie logisches Denken, Textverständnis, Merkfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und konzentriertes Arbeiten.
Welche Aufgaben und Untertests gibt es beim EMS?
Der EMS besteht aktuell aus neun Aufgabengruppen. Acht Bereiche arbeiten überwiegend mit Multiple-Choice-Aufgaben, hinzu kommt „Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“. Insgesamt liegt die reine Bearbeitungszeit des EMS bei 3 Stunden und 55 Minuten.
| Untertest | Aufgaben | Zeitvorgabe | Erreichbare Punktzahl |
|---|---|---|---|
| Muster zuordnen | 18 | 16 Min. | 18 |
| Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis |
18 | 45 Min. | 18 |
| Objekte im Raum | 18 | 10 Min. | 18 |
| Quantitative und formale Probleme | 18 | 45 Min. | 18 |
| Mittagspause | 60 Min. | ||
| Figuren lernen (Einprägephase) | 18 Einheiten | 4 Min. | |
| Fakten lernen (Einprägephase) | 15 Einheiten | 6 Min. | |
| Textverständnis | 18 | 45 Min. | 18 |
| Figuren lernen (Reproduktion) | 18 | 5 Min. | 18 |
| Fakten lernen (Reproduktion) | 18 | 6 Min. | 18 |
| Diagramme und Tabellen | 18 | 45 Min. | 18 |
| Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten | 1.600 Zeichen | 8 Min. | 18 |
| Gesamt: | 144 (+1.600 Zeichen) | 235 Min. | 162 |
Muster zuordnen
Du musst Ausschnitte komplexer Muster erkennen und miteinander vergleichen. Für 18 Aufgaben stehen 16 Minuten zur Verfügung.
Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
Hier bearbeitest du naturwissenschaftlich-medizinische Sachverhalte und leitest aus den gegebenen Informationen Schlussfolgerungen ab. Medizinisches Vorwissen ist dafür nicht erforderlich. Für 18 Aufgaben hast du 45 Minuten Zeit.
Objekte im Raum
Dieser Untertest prüft dein räumliches Vorstellungsvermögen. Du musst nachvollziehen, wie ein Würfel mit darin angeordneten Objekten gedreht oder gekippt wurde. Für 18 Aufgaben stehen lediglich 10 Minuten zur Verfügung.
Quantitative und formale Probleme
Hier geht es um mathematisches und logisch-formales Denken. Du bekommst 18 Aufgaben und 45 Minuten Bearbeitungszeit.
Figuren lernen
In einer vierminütigen Einprägephase musst du dir verschiedene Figuren und bestimmte Merkmale merken. Später werden die Informationen innerhalb von fünf Minuten abgefragt.
Fakten lernen
Hier prägst du dir innerhalb von sechs Minuten Informationen zu verschiedenen Personen ein. Die spätere Reproduktionsphase dauert ebenfalls sechs Minuten.
Textverständnis
Du liest komplexere Texte und beantwortest Fragen zu den darin enthaltenen Informationen. Für 18 Aufgaben stehen 45 Minuten zur Verfügung.
Diagramme und Tabellen
Du musst Daten aus Tabellen, Grafiken oder Diagrammen korrekt interpretieren. Auch hier erhältst du 18 Aufgaben und 45 Minuten Zeit.
Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
Der letzte Bereich prüft, wie schnell und fehlerfrei du nach vorgegebenen Regeln bestimmte Zeichen erkennst und markierst. Die Bearbeitungszeit beträgt acht Minuten.
Wie meldest du dich zum EMS an?
Zuerst musst du dich über die MEDON-Plattform von swissuniversities.ch für das Medizinstudium voranmelden. Für einen Studienbeginn im Herbst endet die Frist Mitte Februar.
Wenn du am EMS teilnehmen musst, kannst du dich normalerweise ab April bis 45 Tage vor dem Testtermin dafür anmelden. Die Teilnahmegebühr für den EMS beträgt derzeit 300 CHF. Der EMS wird einmal jährlich und gleichzeitig an allen Testorten durchgeführt. Ein Ersatztermin im selben Jahr wird nicht angeboten.
Deutschsprachige Testorte sind Basel, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen und Zürich. In Freiburg wird die französische Version und in Lugano die italienische Version angeboten. Die Wahl des Testorts hat keinen Einfluss auf deinen späteren Studienort.
Welche Hochschulen verwenden den EMS?
Bei Humanmedizin wird der EMS derzeit für die Zulassung an folgenden Hochschulen eingesetzt:
- ETH Zürich
- Universität Basel
- Universität Bern
- Universität Freiburg
- Università della Svizzera italiana
- Universität Zürich (inklusive Luzerner Track und St. Galler Track)
Darüber hinaus wird der EMS bei bestimmten Studienangeboten der Zahn- und Veterinärmedizin sowie für Chiropraktik genutzt.
Die Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg haben für Humanmedizin im ersten Studienjahr keinen EMS-basierten Numerus clausus. Das bedeutet allerdings nicht, dass dort im weiteren Studienverlauf unbegrenzt Studienplätze zur Verfügung stehen.
Wie wird das EMS-Ergebnis ausgewertet?
Beim EMS ist nicht allein entscheidend, wie viele Aufgaben du richtig beantwortet hast: Dein Ergebnis wird mit den Leistungen der übrigen Teilnehmenden verglichen.
Eine zentrale Kennzahl ist der Test-Prozentrang (TP). Ein TP von 75 bedeutet beispielsweise, dass 75 Prozent der Teilnehmenden ein gleich gutes oder schlechteres Ergebnis erreicht haben. 25 Prozent haben entsprechend besser abgeschnitten.
Zusätzlich gibt es den Mittleren Rangplatz aller Aufgabengruppen (MR). Er berücksichtigt deine Rangposition in den verschiedenen Testteilen und wird auf 1.000 normiert. Anders als beim Prozentrang ist beim MR ein niedriger Wert besser.
Zunächst entscheidet der Test-Prozentrang über die Rangfolge. Liegen mehrere Personen genau an der Zulassungsgrenze, kann der MR zur weiteren Differenzierung verwendet werden.
Eine feste Punktzahl, mit der du jedes Jahr automatisch zugelassen wirst, gibt es daher nicht. Die Grenze hängt von den Ergebnissen der jeweiligen Bewerbergruppe und der Zahl der verfügbaren Studienplätze ab.
Wie bereitest du dich auf den EMS vor?
Eine gute EMS-Vorbereitung bedeutet vor allem, die Aufgabentypen kennenzulernen und unter realistischen Zeitbedingungen zu trainieren.
Arbeite dich zunächst gründlich in jeden Untertest ein. Erst wenn du die Aufgaben verstanden hast, solltest du den Zeitdruck erhöhen. Besonders bei Muster zuordnen, Objekte im Raum und den mathematischen Aufgaben kann eine effiziente Lösungsstrategie entscheidend sein. Auch die beiden Gedächtnistests solltest du gezielt üben. Hier können individuelle Merktechniken helfen, Figuren und Fakten systematisch abzuspeichern.
Im nächsten Schritt solltest du komplette Testsimulationen durchführen. Damit trainierst du nicht nur die Aufgaben selbst, sondern auch deine Konzentrationsfähigkeit über mehrere Stunden. Swissuniversities.ch empfiehlt, mindestens einmal eine vollständige Version unter realistischen Zeitbedingungen zu bearbeiten.
Warum lohnt sich frühzeitiges EMS-Training?
Viele Aufgaben des EMS sind ungewohnt. Genau darin liegt aber auch eine Chance: Die Formate lassen sich trainieren.
Je früher du weißt, wie die einzelnen Untertests funktionieren, desto weniger Zeit verlierst du am Testtag damit, dich erst in die Aufgaben hineinzudenken. Besonders wichtig ist es, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann du eine schwierige Aufgabe besser überspringst, statt zu viel wertvolle Zeit zu investieren.
Gute Vorbereitung bedeutet deshalb nicht, medizinisches Fachwissen auswendig zu lernen. Entscheidend ist, dass du die getesteten Fähigkeiten gezielt trainierst und am eigentlichen Testtag möglichst sicher, schnell und konzentriert arbeiten kannst.
