Medizin studieren in Österreich
Bewerbung & MedAT – so funktioniert die Zulassung
Du möchtest Humanmedizin oder Zahnmedizin in Österreich studieren? Dann führt an den öffentlichen medizinischen Unis kein Weg am MedAT vorbei. Der medizinische Auswahltest entscheidet darüber, wer einen der begehrten Studienplätze in Wien, Innsbruck, Graz oder Linz erhält.
Deine Schulnoten allein entscheiden dabei nicht über deine Chancen. Stattdessen musst du dich rechtzeitig für den Aufnahmetest anmelden und ein möglichst gutes MedAT-Ergebnis erzielen. Besonders wichtig: Du kannst dich pro Jahr nur für einen Studienort und entweder für Humanmedizin oder Zahnmedizin anmelden.
Wo kannst du in Österreich Medizin studieren?
Das gemeinsame Aufnahmeverfahren gilt für die öffentlichen Studienangebote an den Standorten:
- Medizinische Universität Wien
- Medizinische Universität Innsbruck
- Medizinische Universität Graz
- Medizinische Fakultät der Johannes-Kepler-Universität Linz
In Wien, Innsbruck und Graz kannst du dich für Humanmedizin oder Zahnmedizin bewerben. An der JKU Linz wird über den MedAT ausschließlich Humanmedizin vergeben.
Welche Voraussetzungen gelten für die Bewerbung?
Für die Teilnahme am MedAT musst du zum Zeitpunkt des Tests noch nicht zwingend dein endgültiges Reifezeugnis vorlegen. Teilnahmeberechtigt sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülerinnen und Schüler, die sich in der letzten Klasse einer Schule befinden, deren Abschluss zur Hochschulreife führt.
Die eigentliche allgemeine Universitätsreife musst du spätestens bei der späteren Zulassung zum Studium nachweisen. Auch ein gegebenenfalls erforderlicher Lateinnachweis wird nicht bereits für die Teilnahme am MedAT verlangt.
Für das Studium benötigst du außerdem ausreichende Deutschkenntnisse. Für die Zulassung beziehungsweise Fortsetzung des Medizinstudiums sind Deutschkenntnisse auf C1-Niveau erforderlich.
Wie meldest du dich zum MedAT an?
Die Anmeldung erfolgt online über das gemeinsame MedAT-Portal. Dabei wählst du deinen Studienort sowie den Wunsch-Studiengang Humanmedizin oder Zahnmedizin aus.
Die Anmeldung zum MedAT ist in der Regel jedes Jahr im März für rund vier Wochen möglich. Innerhalb dieses Zeitraums musst du dich online registrieren und auch die Gebühr bezahlen. Die Kostenbeteiligung für den MedAT beträgt nach aktuellem Stand 110 Euro. Erst wenn Anmeldung und Zahlung fristgerecht abgeschlossen sind, ist deine Teilnahme gültig.
Der eigentliche MedAT findet normalerweise Anfang Juli statt. Die Ergebnisse werden einige Wochen später bekannt gegeben, üblicherweise im August.
MedAT-H oder MedAT-Z: Welchen Test musst du machen?
Wenn du Humanmedizin studieren möchtest, absolvierst du den MedAT-H. Für Zahnmedizin gibt es den MedAT-Z. Die Unterschiede sind relativ gering: Beim MedAT-Z entfallen die Testteile „Textverständnis“ und „Implikationen erkennen“, stattdessen gibt es hier den Testbereich „Manuelle Fertigkeiten“ mit den Aufgabengruppen „Draht biegen“ und „Formen spiegeln“.
Welche Rolle spielt die Abiturnote?
Anders als bei vielen deutschen Zulassungsverfahren entscheidet deine Abitur- oder Maturanote nicht mit über deinen Rangplatz: Entscheidend ist deine Leistung im Aufnahmetest. Auch eine abgeschlossene Ausbildung, Praktika oder ein bereits absolviertes Studium verbessern deine Position grundsätzlich nicht.
Das macht den MedAT besonders interessant für Bewerber, deren Schulabschluss nicht perfekt ausgefallen ist: Mit einer starken Testleistung kannst du dir trotzdem einen Studienplatz sichern.
Was müssen deutsche Bewerber beachten?
Als deutscher Bewerber kannst du grundsätzlich am MedAT teilnehmen. Bei Humanmedizin gilt jedoch eine gesetzliche Kontingentregelung:
- Mindestens 75 Prozent der Studienplätze sind Bewerbern vorbehalten, die ihr Reifezeugnis in Österreich erworben haben oder über einen entsprechend gleichgestellten Abschluss verfügen.
- Insgesamt sind mindestens 95 Prozent der Plätze EU-Bürgern beziehungsweise gleichgestellten Personen vorbehalten.
- Für Nicht-EU-Bewerber können höchstens fünf Prozent der Studienplätze vergeben werden.
Welche Quote für dich gilt, musst du bereits bei der Anmeldung zum MedAT angeben.
Wie werden die Studienplätze vergeben?
Nach dem MedAT wird an jedem Studienort für Humanmedizin beziehungsweise Zahnmedizin eine eigene Rangliste erstellt. Je besser dein Gesamtwert, desto höher stehst du auf dieser Liste. Bei Humanmedizin werden zusätzlich die jeweiligen Kontingente berücksichtigt. Für Zahnmedizin gibt es diese Kontingentregelung nicht.
Du bewirbst dich also nicht mit einem bestimmten Mindestwert, der jedes Jahr garantiert reicht. Entscheidend ist vielmehr, wie gut du im Vergleich zu den anderen Bewerbern an deinem gewählten Studienort abschneidest.
Wie kannst du dich auf die Bewerbung vorbereiten?
Der erste Schritt ist banal, aber wichtig: Verpasse die Anmeldung im März nicht. Eine nachträgliche Registrierung ist normalerweise nicht möglich.
Danach solltest du dich systematisch auf den Test vorbereiten. Beim MedAT-H werden nicht nur Biologie, Chemie, Physik und Mathematik geprüft. Auch Textverständnis, logisches Denken, Gedächtnisleistung und sozial-emotionale Kompetenzen spielen eine Rolle.
Besonders sinnvoll ist eine mehrmonatige Vorbereitung, bei der du zunächst die Grundlagen erarbeitest und anschließend zunehmend unter realistischen Zeitbedingungen trainierst.
