TestAS Erfahrungen
So läuft der Test wirklich ab
Als ich mich für ein Studium in Deutschland bewerben wollte, bin ich zum ersten Mal auf den TestAS gestoßen. Meine Wunsch-Uni berücksichtigt das Ergebnis bei internationalen Bewerbern, deshalb wollte ich meine Chancen mit einem möglichst guten Ergebnis verbessern.
Anfangs wusste ich nicht, was mich erwartet. Ist der TestAS ein Wissenstest? Muss ich deutsche Schulbücher durcharbeiten? Und wie schwer sind die Aufgaben für jemanden, der seinen Schulabschluss nicht in Deutschland gemacht hat?
Nach den ersten Übungsaufgaben wurde mir klar: Beim TestAS geht es vor allem darum, Informationen schnell zu verstehen, logisch zu denken und Probleme systematisch zu lösen.
Meine Anmeldung zum TestAS
Ich habe mich für den digitalen TestAS entschieden. Auf der Website konnte ich einen Termin und ein Testzentrum auswählen. Außerdem musste ich mein Fachmodul festlegen. Ich hatte mich für ein wirtschaftswissenschaftliches Studium beworben und deshalb das entsprechende Fachmodul gewählt.
Außerdem musste ich mich zwischen Deutsch und Englisch entscheiden. Obwohl ich in Deutschland studieren wollte, habe ich mir das genau überlegt. Der Test misst schließlich meine Fähigkeiten und nicht nur meine Deutschkenntnisse.
Am Ende habe ich mich für Deutsch entschieden, weil ich mein geplantes Studium ebenfalls auf Deutsch absolvieren wollte.
Meine Vorbereitung
Zuerst habe ich mir die offiziellen Beispielaufgaben angesehen. Das würde ich jedem empfehlen.
Beim digitalen Kernmodul gibt es die drei Bereiche „Figurale Sequenzen“, „Mathematische Gleichungen“ und „Lateinische Quadrate“. Besonders die lateinischen Quadrate waren für mich am Anfang ungewohnt. Nach einigen Übungseinheiten wurde es deutlich leichter. Ich begann, typische Strukturen schneller zu erkennen und nicht mehr jede Aufgabe komplett neu zu analysieren.
Auch bei den mathematischen Gleichungen half regelmäßiges Training. Man braucht dafür keine Hochschulmathematik, aber man sollte mit Zahlen sicher umgehen können und unter Zeitdruck möglichst wenige Flüchtigkeitsfehler machen.
Der Testtag
Ich war bewusst früh am Testzentrum. Meine größte Angst war ehrlich gesagt nicht der Test selbst, sondern wegen eines Problems mit Bus oder Bahn zu spät anzukommen. Nach der Anmeldung und den organisatorischen Kontrollen bekam ich meinen Platz am Computer. Vor den Aufgaben wurden die Bedienung und die wichtigsten Regeln erklärt.
Das hat mich etwas beruhigt. Die Oberfläche war nicht kompliziert, und durch die Vorbereitung wusste ich bereits ungefähr, was mich erwartete. Trotzdem fühlte sich die echte Testsituation völlig anders an als das Üben zu Hause.
Figurale Sequenzen
Bei den figuralen Sequenzen musste ich erkennen, wie sich Abbildungen nach bestimmten Regeln verändern. Einige Aufgaben konnte ich schnell lösen. Bei anderen sah ich die Regel zunächst überhaupt nicht.
Hier merkte ich zum ersten Mal deutlich den Zeitdruck. Mein wichtigster Grundsatz lautete deshalb: nicht an einer einzelnen schwierigen Aufgabe festbeißen. Wenn ich keine klare Idee hatte, musste ich irgendwann eine Entscheidung treffen und weitermachen.
Mathematische Gleichungen
Dieser Teil lag mir besser. Die Aufgaben prüfen den Umgang mit mathematischen Beziehungen und Grundrechenarten. Trotzdem habe ich einige Fehler gemacht, wahrscheinlich nicht wegen mangelnder Mathekenntnisse, sondern weil ich zu schnell gerechnet habe. Unter Zeitdruck übersieht man erstaunlich leicht ein Vorzeichen oder vertauscht zwei Werte.
Anders als bei vielen klassischen Multiple-Choice-Aufgaben gibt man bei diesem Subtest Werte direkt in die vorgesehenen Felder am Computer ein.
Lateinische Quadrate
Vor meiner Vorbereitung hätte ich mit dem Begriff „Lateinische Quadrate“ kaum etwas anfangen können. Am Testtag war ich froh, dass ich genau diesen Aufgabentyp intensiv geübt hatte. Man muss Informationen im Arbeitsgedächtnis behalten, Strukturen erkennen und daraus die fehlenden Elemente bestimmen.
Für mich war das einer der Bereiche, bei denen Training besonders viel gebracht hat. Die Aufgaben wurden nicht automatisch leicht, aber ich wusste, wie ich an sie herangehen musste.
Das Fachmodul
Nach dem Kernmodul gab es eine längere Pause. Danach folgte mein Fachmodul.
Beim digitalen TestAS besteht dieser Bereich aus mehreren sogenannten „Testlets“. Man erhält also zunächst Informationen – beispielsweise Texte, Tabellen, Abbildungen oder Formeln – und muss anschließend mehrere Fragen dazu beantworten.
Ich fand diesen Teil näher an dem, was später auch im Studium wichtig sein dürfte. Man muss nicht einfach nur Fakten reproduzieren, sondern Informationen verstehen, miteinander verbinden und auf neue Fragestellungen anwenden.
Dabei merkte ich aber auch, wie wichtig Konzentration ist. Wenn man einen Ausgangstext falsch versteht, können gleich mehrere dazugehörige Fragen schwierig werden.
Wie schwierig war der TestAS?
Für mich war der Test anspruchsvoll, aber nicht unmachbar. Nach einer guten Vorbereitung kannte ich die Aufgabentypen und wusste, worauf ich achten musste. Die größte Herausforderung war die Kombination aus Zeitdruck und Konzentration. Zu Hause hatte ich manche Aufgaben ohne Zeitlimit problemlos gelöst. Im Testzentrum muss man dagegen irgendwann entscheiden und weitermachen.
Nach dem Test konnte ich mein Ergebnis kaum einschätzen.
Mein Ergebnis
Einige Wochen später konnte ich das Zertifikat im Teilnehmendenportal abrufen. Besonders wichtig war für mich der Prozentrang. Erst dadurch wurde verständlich, wie mein Ergebnis im Vergleich zu anderen Testteilnehmern einzuordnen war. Außerdem erhielt ich einen TestAS-Score für das Kernmodul und das Fachmodul sowie einen Gesamtscore.
Genau hier sollte man sich vorher bei seiner Wunschhochschule informieren. Es gibt beim TestAS nämlich keine allgemeine Grenze, ab der man automatisch „bestanden“ hat.
Was würde ich heute anders machen?
Ich würde noch früher mit dem Training unter Zeitdruck starten. Die offiziellen Beispielaufgaben kennenzulernen ist wichtig – aber erst mit einer Uhr daneben merkt man, wo die wirklichen Probleme liegen. Außerdem würde ich mein Fachmodul von Anfang an genauso ernst nehmen wie das Kernmodul.
Mein wichtigster Tipp lautet: Prüft genau, welchen Test eure Uni verlangt. Lernt anschließend die Aufgabenformate kennen und trainiert regelmäßig unter realistischen Bedingungen. Am Testtag solltet ihr nicht mehr darüber nachdenken müssen, wie eine Aufgabe grundsätzlich funktioniert – die Energie braucht ihr für die Lösung selbst.
