Ausbildung zum Finanzwirt: Dein Einstieg ins Finanzamt
Wie läuft die Finanzwirt-Ausbildung ab? Erfahre mehr über Voraussetzungen, Inhalte, Anwärterbezüge und Karrierechancen.
Steuern, Gesetze und Zahlen – klingt interessant für dich? Dann könnte die Ausbildung zum Finanzwirt bzw. zur Finanzwirtin gut zu dir passen. In der Steuerverwaltung bearbeitest du Steuerfälle, prüfst Angaben und sorgst mit dafür, dass Steuern korrekt festgesetzt und gezahlt werden. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist der Startschuss einer Beamtenlaufbahn.
Was macht ein Finanzwirt / eine Finanzwirtin?
Finanzwirte arbeiten vor allem in Finanzämtern. Dort beschäftigen sie sich mit Steuererklärungen, Steuerbescheiden und Zahlungsvorgängen. Je nach Einsatzgebiet prüfst du zum Beispiel Angaben zur Einkommen- oder Umsatzsteuer, bearbeitest Einsprüche oder kümmerst dich darum, dass offene Steuerforderungen beglichen werden.
Nach der Ausbildung sind verschiedene Tätigkeitsbereiche möglich. Dazu gehören beispielsweise die Veranlagung, die Erhebungsstelle oder später auch bestimmte Aufgaben im Außendienst. Mit entsprechender Erfahrung können weitere Einsatzmöglichkeiten hinzukommen.
Wichtig ist dabei nicht nur ein gutes Zahlenverständnis. Du arbeitest mit Gesetzen und Vorschriften, musst Sachverhalte genau prüfen und Entscheidungen nachvollziehbar begründen. Auch der Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern gehört je nach Arbeitsplatz dazu.
Wie läuft die Ausbildung zum Finanzwirt ab?
Die Ausbildung ist ein zweijähriger Vorbereitungsdienst für die Steuerverwaltung. Du wechselst zwischen theoretischen Ausbildungsabschnitten (8 Monate) und der praktischen Arbeit im Finanzamt (16 Monate).
Die Theorie findet an einer Bildungseinrichtung der jeweiligen Finanzverwaltung statt, zum Beispiel an einer Landesfinanzschule. In den praktischen Phasen arbeitest du in einem Ausbildungsfinanzamt und lernst Schritt für Schritt die typischen Arbeitsabläufe kennen. Nach bestandener Laufbahnprüfung darfst du die Berufsbezeichnung Finanzwirt bzw. Finanzwirtin führen.
Was lernst du in der Ausbildung zum Finanzwirt?
Im theoretischen Teil geht es vor allem um Steuerrecht und Verwaltung. Zu den vorgesehenen Ausbildungsinhalten gehören unter anderem Abgabenrecht, Einkommen- und Ertragsteuern, Umsatzsteuer, Buchführung und Bilanzwesen, Steuererhebung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Auch Verwaltungskunde, Datenverarbeitung und Kommunikation spielen eine Rolle.
Im Finanzamt setzt du dieses Wissen praktisch um. Du lernst, Steuerfälle zu prüfen, Steuern festzusetzen, Zahlungs- und Forderungsvorgänge zu bearbeiten und typische Verwaltungsvorgänge selbständig zu erledigen.
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Für den Vorbereitungsdienst ist grundsätzlich ein Realschulabschluss vorgesehen. Unter bestimmten Umständen ist der Einstieg auch mit einem guten Hauptschulabschluss und einer passenden abgeschlossenen Berufsausbildung möglich.
Daneben gelten beamtenrechtliche Voraussetzungen, die sich je nach Bundesland unterscheiden können. Dazu können beispielsweise Anforderungen an die gesundheitliche Eignung, die Staatsangehörigkeit oder Altersgrenzen gehören. Meist musst du außerdem ein Auswahlverfahren erfolgreich absolvieren.
Gute persönliche Voraussetzungen bringst du mit, wenn du sorgfältig arbeitest, logisch denken kannst und dich für rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge interessierst. Da Steuerrecht ziemlich detailreich sein kann, sind außerdem Lernbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit gefragt.
Was verdienst du in der Ausbildung zum Finanzwirt?
Die Ausbildung zum Finanzwirt ist keine klassische Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Du wirst in der Regel als Steueranwärterin oder Steueranwärter in ein Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen und erhältst während der Ausbildung Anwärterbezüge.
Wie hoch die Bezüge genau sind, hängt vom jeweiligen Bundesland und den dort geltenden Besoldungsregelungen ab. Die Beträge können sich außerdem ändern. Für einen aktuellen Vergleich solltest du deshalb immer die Karriereseite der Finanzverwaltung des Bundeslandes prüfen, bei dem du dich bewerben möchtest.
Welche Karrierechancen hast du nach der Ausbildung?
Mit bestandener Laufbahnprüfung hast du die Befähigung für die entsprechende Laufbahn in der Steuerverwaltung erworben. Welche Stelle du anschließend übernimmst und wie deine weitere Karriere aussieht, hängt vom Bundesland und deinem Arbeitgeber ab. Typische Arbeitsbereiche sind die Bearbeitung von Steuererklärungen und Einsprüchen, Steuererhebung oder später bestimmte Außenprüfungs- und Spezialaufgaben.
Auch eine berufliche Weiterentwicklung ist möglich. Die konkreten Aufstiegswege unterscheiden sich jedoch ebenfalls zwischen den Ländern. Wenn du schon vor deiner Bewerbung weißt, dass du später mehr Verantwortung übernehmen möchtest, lohnt sich außerdem ein Blick auf das duale Studium zum Diplom-Finanzwirt beziehungsweise zur Diplom-Finanzwirtin.
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