Beamtenstatus im öffentlichen Dienst
Öffentlicher Dienst-ABC
Wenn in einer Stellenausschreibung von einer Verbeamtung oder einem bestimmten Beamtenstatus die Rede ist, geht es nicht einfach um eine Berufsbezeichnung. Der Beamtenstatus beschreibt dein besonderes öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis zu einem Dienstherrn. Anders als Tarifbeschäftigte erhältst du keinen normalen Arbeitsvertrag. Das Beamtenverhältnis wird durch eine Ernennung begründet, bei der dir eine Ernennungsurkunde ausgehändigt wird. Mit diesem Status sind besondere Rechte und Pflichten verbunden. Für Berufseinsteiger ist vor allem wichtig, dass sich der Beamtenstatus im Laufe der Karriere verändern kann.
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Welche Arten des Beamtenstatus gibt es?
Für deinen Einstieg sind vor allem drei Formen wichtig: Beamter auf Widerruf, Beamter auf Probe und Beamter auf Lebenszeit. Als Beamter auf Widerruf befindest du dich häufig im Vorbereitungsdienst, also in der Laufbahnausbildung für eine spätere Tätigkeit als Beamter. In dieser Phase wirst du meist als Anwärter bezeichnet und erhältst Anwärterbezüge. Der Status auf Widerruf ist auf die Ausbildungsphase zugeschnitten und endet grundsätzlich mit dem Abschluss oder dem endgültigen Nichtbestehen der vorgeschriebenen Laufbahnprüfung, soweit die jeweils geltenden Vorschriften nichts anderes bestimmen.
Nach erfolgreicher Qualifikation kann die Ernennung zum Beamten auf Probe folgen. Die Probezeit dient dazu festzustellen, ob du dich für eine spätere Verwendung auf Lebenszeit bewährst. Beim Bund dauert sie grundsätzlich drei Jahre, wobei gesetzlich geregelte Verkürzungen oder Verlängerungen möglich sind. Hast du dich in der Probezeit nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bewährt und erfüllst du die weiteren Voraussetzungen, kann anschließend die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit erfolgen. Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit ist die Regel für die dauerhafte Wahrnehmung beamtenrechtlicher Aufgaben. Daneben gibt es Beamtenverhältnisse auf Zeit, die nur für gesetzlich bestimmte befristete Aufgaben oder Ämter vorgesehen sind und für typische Berufseinsteiger eine deutlich geringere Rolle spielen.
Was bedeutet der Beamtenstatus für dich?
Mit dem Beamtenstatus bist du stärker an den Staat gebunden als ein normaler Arbeitnehmer an seinen Arbeitgeber. Beamtinnen und Beamte stehen in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis. Dazu gehören unter anderem die Pflicht zur Verfassungstreue und Neutralität sowie das Streikverbot. Im Gegenzug übernimmt der Dienstherr besondere Fürsorge- und Alimentationspflichten. Deine Bezahlung wird als Besoldung bezeichnet und richtet sich nicht nach einem individuell ausgehandelten Arbeitsvertrag, sondern nach den jeweils geltenden Besoldungsvorschriften.
Der Status sagt allerdings nicht automatisch aus, welche Tätigkeit du ausübst oder wie hoch deine Besoldung ist. Dafür sind unter anderem deine Laufbahn, das übertragene Amt und die Besoldungsgruppe entscheidend. Auch Begriffe wie mittlerer, gehobener oder höherer Dienst beschreiben nicht den Beamtenstatus selbst, sondern die laufbahnrechtliche Einordnung. Ein Beamter auf Probe kann deshalb beispielsweise dem mittleren oder dem gehobenen Dienst angehören.
Beamtenstatus ist nicht gleich Unkündbarkeit
Gerade bei jungen Bewerbern entsteht schnell der Eindruck, jeder Beamtenstatus bedeute sofort einen sicheren Arbeitsplatz auf Lebenszeit. Das stimmt so nicht. Während des Vorbereitungsdienstes bist du in der Regel Beamter auf Widerruf. Auch im Beamtenverhältnis auf Probe ist die dauerhafte Übernahme noch nicht endgültig erreicht. Erst die Ernennung auf Lebenszeit schafft die langfristige Form des Beamtenverhältnisses. Selbst dann gelten weiterhin gesetzliche Pflichten und beamtenrechtliche Regelungen.
Wenn du dich für eine Beamtenlaufbahn bewirbst, lohnt sich deshalb ein genauer Blick in die Stellenausschreibung. Dort sollte erkennbar sein, ob du zunächst in einen Vorbereitungsdienst, direkt in ein Beamtenverhältnis auf Probe oder gegebenenfalls zuerst in ein Arbeitsverhältnis eingestellt wirst. So weißt du bereits vor der Bewerbung, welchen Status du beim Einstieg tatsächlich erhältst und welche weiteren Schritte auf dem Weg zur Verbeamtung auf Lebenszeit vorgesehen sind.
