Besoldungsgruppe im öffentlichen Dienst
Öffentlicher Dienst-ABC
Die Besoldungsgruppe ist eine der wichtigsten Angaben, wenn du dich auf eine Beamtenstelle bewirbst. Sie zeigt, welcher besoldungsrechtlichen Wertigkeit ein Amt zugeordnet ist und bildet damit eine zentrale Grundlage für dein Grundgehalt. In Stellenausschreibungen findest du deshalb häufig Angaben wie A 9, A 10 oder A 13. Die konkrete Höhe Deiner monatlichen Bezüge ergibt sich aber nicht allein aus dieser Zahl, sondern unter anderem auch aus deiner Erfahrungsstufe und möglichen weiteren Bezügen.
Inhalte:
Was bedeutet eine Besoldungsgruppe?
Beamtenämter werden bestimmten Besoldungsgruppen zugeordnet. Beim Bund regelt das Bundesbesoldungsgesetz die Ämter und ihre Zuordnung nach ihrer Wertigkeit. Für viele klassische Beamtenlaufbahnen ist die Bundesbesoldungsordnung A besonders relevant. Daneben gibt es unter anderem die Besoldungsordnung B für bestimmte herausgehobene Ämter, die Besoldungsordnung W für Professoren und Hochschulleitungen sowie die Besoldungsordnung R für Richter und Staatsanwälte. Die Länder haben eigene Besoldungsgesetze und Besoldungsordnungen, sodass Bezeichnungen, Zuordnungen und Beträge vom Bundesrecht abweichen können.
Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe sind nicht dasselbe
Die Besoldungsgruppe beschreibt die Wertigkeit des Amtes. Die Erfahrungsstufe bestimmt dagegen innerhalb vieler Besoldungsgruppen, welches Grundgehalt du aufgrund deiner berücksichtigungsfähigen Erfahrungszeit erhältst. Bei Bundesbeamten der Besoldungsordnung A wird das Grundgehalt grundsätzlich nach Stufen bemessen. Bei der ersten Ernennung mit Anspruch auf Dienstbezüge wird grundsätzlich Stufe 1 festgesetzt, sofern keine anrechenbaren Erfahrungszeiten anerkannt werden. Ein Aufstieg in eine höhere Erfahrungsstufe ist deshalb keine Beförderung. Bei einer Beförderung wird dir dagegen ein höheres Amt übertragen, das einer höheren Besoldungsgruppe zugeordnet sein kann.
Was sagt die Stellenausschreibung aus?
In einer Stellenausschreibung kannst du meist direkt erkennen, welche Besoldungsgruppe für eine Beamtenstelle vorgesehen ist. Das Karriereportal des Bundes weist ausdrücklich darauf hin, dass die Einordnung in eine Besoldungsgruppe in der Ausschreibung genannt wird und die Bezahlung an die jeweilige Besoldungstabelle gebunden ist. Wird eine Stelle sowohl für Beamte als auch für Tarifbeschäftigte ausgeschrieben, können nebeneinander eine Besoldungsgruppe und eine Entgeltgruppe stehen, zum Beispiel eine Angabe nach der Besoldungsordnung A und eine Eingruppierung nach TVöD.
Was solltest du als Bewerber beachten?
Vergleiche Besoldungsgruppen nicht isoliert. Entscheidend sind der jeweilige Dienstherr, das ausgeschriebene Amt, die Besoldungsordnung und deine mögliche Erfahrungsstufe. Eine Besoldungsgruppe des Bundes lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit einer gleich bezeichneten Gruppe eines Landes vergleichen. Wenn du wissen möchtest, welches Einkommen dich konkret erwartet, solltest du zuerst die Stellenausschreibung prüfen und anschließend die aktuelle Besoldungstabelle des zuständigen Dienstherrn heranziehen.
