Informatik dual studieren / Duales Informatikstudium
Öffentlicher Dienst-ABC
Mit einem dualen Informatikstudium verbindest du ein Hochschulstudium mit festen Praxisphasen bei einem öffentlichen Arbeitgeber. Du lernst also nicht nur die theoretischen Grundlagen der Informatik, sondern setzt dein Wissen regelmäßig in einer Behörde, einem öffentlichen IT-Dienstleister oder einer anderen Einrichtung des öffentlichen Dienstes ein. Besonders gefragt sind dual Studierende dort, wo Verwaltung digitalisiert, Software entwickelt, IT-Infrastruktur betrieben oder die Informationssicherheit verbessert wird.
Inhalte:
Welche Studiengänge gibt es?
Das Angebot ist vielfältig und unterscheidet sich je nach Arbeitgeber und Hochschule. Typische Studienrichtungen sind Verwaltungsinformatik, Wirtschaftsinformatik, Angewandte oder Praktische Informatik sowie IT-Management. In der Bundesverwaltung gibt es außerdem spezialisierte Angebote wie Digital Administration and Cyber Security. Verwaltungsinformatik verbindet Informatik besonders eng mit Verwaltungswissen und bereitet dich auf die Schnittstelle zwischen IT und Fachabteilungen vor.
Zu den Studieninhalten können Programmierung, Datenbanken, Betriebssysteme, Netzwerke, Softwareentwicklung, IT-Sicherheit und Mathematik gehören. Je nach Studiengang kommen Verwaltungswissenschaften, Recht, Datenschutz, Projektmanagement oder betriebswirtschaftliche Inhalte hinzu. So lernst du nicht nur technische Lösungen zu entwickeln, sondern auch die besonderen Anforderungen öffentlicher Verwaltungen zu berücksichtigen.
Wie läuft das duale Informatikstudium ab?
Viele duale Informatikstudiengänge im öffentlichen Dienst sind praxisintegriert. Studienabschnitte an einer Hochschule wechseln sich dabei mit längeren Praxisphasen beim Arbeitgeber ab. Häufig dauert das Studium sechs Semester beziehungsweise drei Jahre, die genaue Dauer richtet sich jedoch nach dem jeweiligen Studiengang. Während der Praxis lernst du reale IT-Projekte kennen und kannst zum Beispiel in der Softwareentwicklung, Systemadministration, IT-Sicherheit oder Digitalisierung eingesetzt werden.
Welchen Status du während des Studiums hast, ist unterschiedlich. Manche Arbeitgeber schließen mit dir einen Studien- oder Ausbildungsvertrag und zahlen eine monatliche Vergütung. Andere Studiengänge sind als Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn organisiert. Bei der Verwaltungsinformatik des Bundes stellt das Studium zum Beispiel zugleich den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Verwaltungsinformatikdienst dar. Deshalb solltest du bei jeder Ausschreibung genau prüfen, welcher Status und welche Vergütung vorgesehen sind.
Voraussetzungen und Bewerbung
Für ein duales Studium brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung, zum Beispiel die allgemeine Hochschulreife oder eine passende Fachhochschulreife. Welche Abschlüsse anerkannt werden, hängt von Hochschule und Arbeitgeber ab. Gute Kenntnisse in Mathematik, logisches Denken und Interesse an Informatik sind eine wichtige Grundlage. Programmiererfahrung kann hilfreich sein, wird aber nicht bei jedem Studiengang zwingend vorausgesetzt.
Meist bewirbst du dich direkt bei der Behörde oder dem öffentlichen Arbeitgeber, der den Praxisplatz anbietet. Zum Auswahlverfahren können ein Online-Test, ein Einstellungstest, ein Interview oder weitere Auswahlmodule gehören. Da die Plätze häufig lange vor Studienbeginn vergeben werden, solltest du Bewerbungsfristen frühzeitig prüfen. Maßgeblich sind immer die Anforderungen der konkreten Ausschreibung.
Berufliche Perspektiven
Nach dem Abschluss kannst du in vielen IT-Bereichen des öffentlichen Dienstes arbeiten. Mögliche Aufgaben findest du zum Beispiel in der Softwareentwicklung, im IT-Projektmanagement, in der System- und Netzwerkadministration, bei der Digitalisierung von Verwaltungsverfahren, in der Datenanalyse oder in der Cyber Security. Je nach Studienmodell und Arbeitgeber kommt anschließend eine Tätigkeit als Tarifbeschäftigter oder eine Beamtenlaufbahn infrage. Ein duales Informatikstudium bietet dir damit einen praxisnahen Einstieg in einen Bereich, der für eine moderne und funktionsfähige Verwaltung immer wichtiger wird.
