Finanzwirt / Finanzwirtin
Öffentlicher Dienst-ABC
Finanzwirtinnen und Finanzwirte sind Fachkräfte der öffentlichen Finanzverwaltung. Die Berufsbezeichnung wird in unterschiedlichen Verwaltungsbereichen verwendet. Besonders bekannt ist sie aus den Steuerverwaltungen der Länder, wo du nach der Ausbildung zum Beispiel in einem Finanzamt arbeiten kannst. Auch im mittleren nichttechnischen Zolldienst des Bundes darfst du nach erfolgreich bestandener Laufbahnprüfung die Berufsbezeichnung Finanzwirtin oder Finanzwirt führen. Die konkreten Aufgaben unterscheiden sich deshalb je nach Dienstherr und Einsatzbereich.
Inhalte:
Finanzwirtin oder Finanzwirt im Finanzamt
In der Steuerverwaltung beschäftigst du dich vor allem mit der Festsetzung und Erhebung von Steuern. Du prüfst zum Beispiel Steuererklärungen und andere Unterlagen, bearbeitest steuerliche Sachverhalte und wendest die geltenden Rechtsvorschriften an. Je nach Einsatzbereich hast du auch Kontakt mit Bürgern, Unternehmen und steuerlichen Beratern. Weitere Tätigkeiten sind unter anderem in der Finanzkasse, Vollstreckung, Bewertungsstelle oder in anderen Bereichen eines Finanzamts möglich.
Die Ausbildung in der Steuerverwaltung dauert grundsätzlich zwei Jahre. Sie besteht aus einer achtmonatigen fachtheoretischen Ausbildung an einer Bildungsstätte für Steuerbeamte und einer 16-monatigen berufspraktischen Ausbildung. Theorie und Praxis wechseln sich während des Vorbereitungsdienstes ab. Dabei lernst du unter anderem Steuerrecht, Abgabenrecht, Buchführung und weitere für die Arbeit in der Finanzverwaltung wichtige Rechtsgebiete kennen.
Finanzwirtin oder Finanzwirt beim Zoll
Auch die zweijährige Ausbildung für den mittleren nichttechnischen Zolldienst des Bundes führt nach bestandener Laufbahnprüfung zur Berufsbezeichnung Finanzwirtin beziehungsweise Finanzwirt. Die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich jedoch deutlich von denen in einem Finanzamt. Beim Zoll beschäftigst du dich zum Beispiel mit dem grenzüberschreitenden Warenverkehr, Zollrecht, Verbrauchsteuern, Vollstreckung und weiteren Aufgaben der Zollverwaltung.
Deshalb sagt die Berufsbezeichnung allein noch nicht aus, in welchem Bereich du tätig bist. Wenn du dich für diesen Beruf interessierst, solltest du immer darauf achten, ob eine Ausschreibung aus der Steuerverwaltung eines Landes, der Zollverwaltung des Bundes oder einem anderen Bereich der öffentlichen Finanzverwaltung stammt.
Voraussetzungen und Beamtenstatus
Die Ausbildung ist in der Regel als Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn organisiert. Während dieser Zeit bist du normalerweise Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge. Welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen du erfüllen musst, richtet sich nach dem jeweiligen Dienstherrn. In den Steuerverwaltungen der Länder wird häufig mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss verlangt. Beim Zoll ist auch ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung ein möglicher Zugangsweg.
Zusätzlich musst du die jeweiligen beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören je nach Dienstherr unter anderem Anforderungen an die Staatsangehörigkeit, die gesundheitliche Eignung und weitere persönliche Voraussetzungen. Maßgeblich sind deshalb immer die Angaben der konkreten Stellenausschreibung.
Berufliche Perspektiven
Nach der Ausbildung kannst du je nach Verwaltungsbereich unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dich mit zunehmender Berufserfahrung spezialisieren. In der Steuerverwaltung sind zum Beispiel Tätigkeiten im Innen- und Außendienst möglich. Beim Zoll reichen die Einsatzmöglichkeiten von der Abfertigung und Sachbearbeitung bis zu Kontroll- und Vollzugsaufgaben. Auch Fortbildungen und ein späterer Aufstieg in eine höhere Laufbahngruppe können unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein.
Wenn du gern sorgfältig mit Zahlen und Rechtsvorschriften arbeitest, Verantwortung übernehmen möchtest und Interesse an wirtschaftlichen oder steuerlichen Themen hast, kann der Beruf gut zu dir passen. Du solltest außerdem bereit sein, dich regelmäßig in neue Vorschriften und digitale Fachverfahren einzuarbeiten.
