Hochschule für öffentliche Verwaltung
Öffentlicher Dienst-ABC
Hochschulen für öffentliche Verwaltung bilden Nachwuchskräfte für Behörden und andere Einrichtungen des öffentlichen Dienstes aus. Anders als bei vielen klassischen Hochschulen sind zahlreiche Studiengänge eng mit einer konkreten Verwaltungspraxis verbunden. Du lernst deshalb nicht nur wissenschaftliche Grundlagen, sondern wendest dein Wissen während praktischer Studienabschnitte direkt bei einer Behörde an. In Deutschland gibt es mehrere Verwaltungshochschulen des Bundes und der Länder. Aufbau, Bezeichnung und Studienangebot unterscheiden sich je nach Bundesland und Träger.
Was kannst du dort studieren?
Typische Studiengänge beschäftigen sich mit allgemeiner Verwaltung, Public Management, Verwaltungsrecht, Finanzverwaltung oder digitaler Verwaltung. Je nach Hochschule und Laufbahn sind zum Beispiel Abschlüsse als Bachelor of Arts, Bachelor of Laws oder ein Diplomabschluss möglich. Die Studieninhalte verbinden häufig Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Verwaltungswissenschaften und Sozialwissenschaften. Bei digitalen Studiengängen kommen Informatik, Prozessmanagement und Themen der Verwaltungsdigitalisierung hinzu.
Welche Fachrichtungen angeboten werden, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg bieten beispielsweise Studiengänge wie Public Management an. In Nordrhein-Westfalen bildet die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung unter anderem für den kommunalen und staatlichen Verwaltungsdienst aus.
Wie läuft das Studium ab?
Viele Studiengänge an Verwaltungshochschulen sind dual aufgebaut. Theoriephasen an der Hochschule wechseln sich mit Praxisphasen bei einer Einstellungs- oder Ausbildungsbehörde ab. Dadurch sammelst du bereits während des Studiums Erfahrungen im späteren Arbeitsumfeld. Je nach Studiengang kann das Studium zugleich Teil eines beamtenrechtlichen Vorbereitungsdienstes sein. In anderen Modellen besteht ein Studien- oder Ausbildungsverhältnis mit einer öffentlichen Stelle.
Die Regelstudienzeit liegt bei vielen Bachelorstudiengängen bei etwa drei bis dreieinhalb Jahren, kann aber je nach Studiengang abweichen. Auch Status, Vergütung und Abschluss sind nicht bundesweit einheitlich geregelt. Maßgeblich sind deshalb immer die Informationen zum konkreten Studienangebot.
Bewerbung und Voraussetzungen
Für die Bewerbung brauchst du in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung. Zusätzlich können je nach Studiengang beamtenrechtliche oder weitere persönliche Voraussetzungen gelten. Manche Hochschulen führen die Bewerbung selbst durch, bei anderen bewirbst du dich zuerst bei einer Behörde, Kommune oder einem anderen öffentlichen Arbeitgeber. Dort kann auch das Auswahlverfahren stattfinden.
Informiere dich deshalb frühzeitig darüber, wie das Bewerbungsverfahren für deinen gewünschten Studiengang organisiert ist. Achte auf Bewerbungsfristen, erforderliche Schulabschlüsse und mögliche Auswahltests oder Vorstellungsgespräche. Wenn du gern Verantwortung übernimmst, Interesse an Recht und Verwaltung hast und Theorie mit praktischer Arbeit verbinden möchtest, kann ein Studium an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung ein passender Einstieg in den öffentlichen Dienst sein.
