Höherer Dienst
Öffentlicher Dienst-ABC
Der höhere Dienst ist die höchste klassische Laufbahngruppe für Beamtinnen und Beamte. Beim Bund wird diese Bezeichnung weiterhin verwendet. In mehreren Bundesländern findest du stattdessen Bezeichnungen wie Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt. Typisch für den höheren Dienst sind besonders anspruchsvolle Fachaufgaben, konzeptionelle Tätigkeiten und häufig auch Führungsverantwortung. Tarifbeschäftigte werden dagegen nicht in beamtenrechtliche Laufbahngruppen eingeordnet, auch wenn sie vergleichbare Aufgaben übernehmen.
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Welche Aufgaben hast du im höheren Dienst?
Die konkreten Aufgaben hängen stark von der Behörde und der Fachrichtung ab. Du kannst zum Beispiel Grundsatzfragen bearbeiten, komplexe Rechts- oder Fachthemen beurteilen, Konzepte entwickeln, größere Projekte steuern oder Organisationseinheiten führen. Auch die Vorbereitung wichtiger Entscheidungen und die Beratung von Leitungsebenen können zu deinem Aufgabenbereich gehören. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Fachwissen, selbstständiges Arbeiten, Urteilsvermögen und Verantwortungsbereitschaft.
Einsatzmöglichkeiten gibt es unter anderem in der allgemeinen Verwaltung, in Ministerien, der Finanzverwaltung, bei Sicherheitsbehörden, in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie im ärztlichen oder juristischen Dienst. Je nach Laufbahn kann deshalb ein bestimmtes Hochschulstudium oder eine besondere berufliche Qualifikation vorgeschrieben sein.
Wie gelingt dir der Einstieg?
Für eine Laufbahn des höheren Dienstes beim Bund brauchst du grundsätzlich einen Masterabschluss oder einen gleichwertigen Hochschulabschluss. Dazu zählen je nach Fachrichtung zum Beispiel ein Staatsexamen oder ein universitärer Diplomabschluss. Zusätzlich ist eine laufbahnbezogene Ausbildung oder eine passende hauptberufliche Tätigkeit erforderlich. Die Bundeslaufbahnverordnung regelt im Einzelnen, welche Abschlüsse und beruflichen Zeiten für die Anerkennung der Laufbahnbefähigung berücksichtigt werden können.
Für bestimmte Laufbahnen gibt es einen Vorbereitungsdienst. Beim Bund dauert ein Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst mindestens 14 Monate und in der Regel zwei Jahre. Währenddessen bist du normalerweise Beamter auf Widerruf und führst in Laufbahnen des höheren Dienstes in der Regel die Dienstbezeichnung Referendarin oder Referendar. In vielen Bereichen erfolgt der Einstieg jedoch direkt mit einem passenden wissenschaftlichen Hochschulabschluss und einschlägiger Berufserfahrung.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Neben den formalen Voraussetzungen musst du die allgemeinen Bedingungen für eine Verbeamtung erfüllen. Dazu gehören insbesondere die persönliche und gesundheitliche Eignung sowie die weiteren beamtenrechtlichen Anforderungen. Bei der Auswahl für ein öffentliches Amt sind Eignung, Befähigung und fachliche Leistung maßgeblich. Welche Fachrichtung, Berufserfahrung und zusätzlichen Kenntnisse verlangt werden, steht in der jeweiligen Stellenausschreibung.
Der höhere Dienst passt besonders zu dir, wenn du komplexe Sachverhalte gern gründlich analysierst, eigenständig Entscheidungen vorbereitest und Verantwortung übernehmen möchtest. Für viele Positionen sind außerdem Kommunikationsstärke, Führungsfähigkeit und ein sicherer Umgang mit rechtlichen, wirtschaftlichen oder fachwissenschaftlichen Themen wichtig. Auch ein späterer Aufstieg aus dem gehobenen Dienst ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
