Motivationsschreiben
Öffentlicher Dienst-ABC
Ein Motivationsschreiben gibt dir die Möglichkeit, ausführlicher zu erklären, warum du dich für eine bestimmte Ausbildung, ein duales Studium oder eine Stelle interessierst. Anders als der Lebenslauf konzentriert es sich nicht in erster Linie auf deine bisherigen Stationen, sondern auf deine Beweggründe, Interessen und persönlichen Stärken. Im öffentlichen Dienst kann ein Motivationsschreiben verlangt werden, es gehört aber nicht automatisch zu jeder Bewerbung. Entscheidend ist deshalb immer, welche Unterlagen in der Stellenausschreibung oder im Bewerbungsportal gefordert werden.
Inhalte:
Was gehört in ein Motivationsschreiben?
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum gerade diese Tätigkeit und dieser öffentliche Arbeitgeber zu dir passen. Erkläre möglichst konkret, was dich an den Aufgaben interessiert und welche persönlichen Erfahrungen oder Fähigkeiten deine Entscheidung beeinflusst haben. Statt allgemeiner Aussagen wie „Ich möchte gerne im öffentlichen Dienst arbeiten“ solltest du einen nachvollziehbaren Bezug zur gewünschten Stelle herstellen.
Zeige außerdem, was du mitbringst. Vielleicht hast du durch ein Praktikum bereits Einblicke in die Verwaltung erhalten, engagierst dich ehrenamtlich oder interessierst dich schon länger für bestimmte gesellschaftliche oder staatliche Aufgaben. Solche Beispiele machen deine Motivation glaubwürdiger. Wichtig ist, dass du nicht einfach deinen Lebenslauf nacherzählst, sondern erklärst, warum einzelne Erfahrungen für deinen weiteren beruflichen Weg wichtig sind.
Motivationsschreiben oder Anschreiben?
Anschreiben und Motivationsschreiben haben ähnliche Inhalte, erfüllen aber nicht immer dieselbe Funktion. Im klassischen Anschreiben erklärst du bereits, warum du dich für eine Stelle interessierst, welche Qualifikationen du mitbringst und weshalb du zum Arbeitgeber passt. Das offizielle Karriereportal des Bundes empfiehlt ebenfalls, im Anschreiben Motivation und Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen.
Ein zusätzliches Motivationsschreiben ist deshalb nur sinnvoll oder erforderlich, wenn es ausdrücklich verlangt wird oder im Bewerbungsportal ein entsprechendes Feld vorgesehen ist. Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass ein Motivationsschreiben grundsätzlich zu den optionalen Bewerbungsunterlagen gehört. Bei eigenen Bewerbungsverfahren nutzt sie für bestimmte Bewerbungen allerdings eine vorgesehene Maske im Online-Portal. Halte dich daher immer genau an die Vorgaben des jeweiligen öffentlichen Arbeitgebers.
Worauf solltest du beim Schreiben achten?
Ein gutes Motivationsschreiben klingt persönlich, bleibt aber professionell. Vermeide austauschbare Formulierungen, die genauso gut zu jeder anderen Behörde oder Stelle passen könnten. Informiere dich vorher über den Arbeitgeber und die ausgeschriebene Tätigkeit. So kannst du konkret erklären, warum dich genau diese Aufgaben interessieren.
Achte außerdem auf einen klaren Aufbau. Beginne mit deiner wichtigsten Motivation, stelle anschließend die Verbindung zu deinen Erfahrungen und Stärken her und erkläre, warum du dich bei diesem Arbeitgeber bewirbst. Zum Schluss kannst du deine Motivation noch einmal knapp zusammenfassen. Formuliere aktiv, verständlich und möglichst präzise. Rechtschreib- oder Grammatikfehler solltest du unbedingt vermeiden.
Tipps für Bewerber
Lies zuerst die Stellenausschreibung vollständig durch. Wenn kein Motivationsschreiben gefordert wird, solltest du kein zusätzliches Dokument einreichen. Möglicherweise möchte die Behörde deine Motivation bereits im Anschreiben oder direkt in einem Online-Formular erfahren.
Wenn ein Motivationsschreiben verlangt wird, solltest du es immer individuell auf die Stelle zuschneiden. Überlege dir vor dem Schreiben drei Fragen: Warum möchtest du diese Tätigkeit ausüben? Warum möchtest du gerade bei diesem Arbeitgeber arbeiten? Welche Erfahrungen und Eigenschaften machen dich zu einem passenden Bewerber? Wenn dein Text darauf überzeugende Antworten gibt, bist du bereits auf einem guten Weg.
Für die Vorbereitung auf Bewerbungen und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst bietet der Ausbildungspark Verlag als renommierter Fachverlag passende Bücher und Online-Trainings an. Die Vorbereitungsmaterialien des Ausbildungspark Verlags werden auch von der Gewerkschaft ver.di empfohlen.
Fazit
Ein Motivationsschreiben soll nicht einfach möglichst viele Informationen enthalten, sondern deine Beweggründe verständlich und glaubwürdig vermitteln. Zeige, warum du dich für die ausgeschriebene Tätigkeit interessierst, was dich für die Stelle qualifiziert und weshalb du gerade diesen öffentlichen Arbeitgeber gewählt hast. Prüfe aber zuerst, ob ein separates Motivationsschreiben überhaupt verlangt wird. Wenn du dich an die Vorgaben der Stellenausschreibung hältst und deine Motivation mit konkreten Beispielen belegst, kann dein Schreiben deine Bewerbung sinnvoll ergänzen.
