Selbstpräsentation
Öffentlicher Dienst-ABC
Die Selbstpräsentation kann ein wichtiger Bestandteil eines Vorstellungsgesprächs oder Assessment-Centers im öffentlichen Dienst sein. Dabei bekommst du die Gelegenheit, dich der Auswahlkommission vorzustellen und zu erklären, warum du für die ausgeschriebene Ausbildung, das duale Studium oder die Stelle geeignet bist. Im Mittelpunkt stehen vor allem deine Persönlichkeit, dein bisheriger Werdegang, deine Stärken und deine Motivation.
Eine gute Selbstpräsentation ist allerdings keine vollständige Nacherzählung deines Lebenslaufs. Du solltest gezielt die Erfahrungen auswählen, die für die gewünschte Tätigkeit wichtig sind. Die entscheidende Frage lautet: Was sollte die Auswahlkommission über dich wissen, um zu verstehen, warum du zu dieser Stelle und zum Arbeitgeber passt?
Inhalte:
Was gehört in eine Selbstpräsentation?
Eine Selbstpräsentation sollte einen klaren roten Faden haben. Zu Beginn stellst du dich kurz vor und nennst die wichtigsten Eckpunkte deines bisherigen Werdegangs. Danach konzentrierst du dich auf Erfahrungen, Kenntnisse und persönliche Stärken, die für die Stelle besonders relevant sind. Zum Schluss erklärst du, warum du dich gerade für diesen Beruf und diesen öffentlichen Arbeitgeber entschieden hast.
Du kannst dich dabei an drei einfachen Fragen orientieren: Wer bist du? Was kannst du? Warum möchtest du genau diese Tätigkeit ausüben? So vermeidest du, dass deine Präsentation zu einer bloßen Aufzählung von Schulabschlüssen, Praktika und Nebenjobs wird.
Deine Stärken mit Beispielen zeigen
Wenn du sagst, dass du teamfähig, zuverlässig oder organisiert bist, hört sich das zunächst gut an. Wirklich überzeugend wird deine Aussage aber erst durch ein konkretes Beispiel. Hast du beispielsweise bei einem Schulprojekt die Aufgaben innerhalb der Gruppe koordiniert, kannst du damit deine Organisationsfähigkeit belegen. Hast du in einem Nebenjob regelmäßig mit Kunden gearbeitet, kannst du daraus deine Kommunikationsfähigkeit ableiten.
Wähle vor allem Beispiele aus, die einen Bezug zur gewünschten Tätigkeit haben. Für eine Ausbildung in der Verwaltung können Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und Organisation wichtig sein. Bei einer Stelle mit viel Bürgerkontakt können zusätzlich Kommunikationsfähigkeit und ein ruhiges Auftreten gefragt sein. Welche Eigenschaften besonders zählen, erkennst du häufig bereits an der Stellenausschreibung.
Warum möchtest du in den öffentlichen Dienst?
Auf die Frage nach deiner Motivation solltest du dich besonders gut vorbereiten. Auswahlkommissionen möchten wissen, weshalb du dich gerade für diese Tätigkeit und diesen Arbeitgeber entschieden hast. Eine Antwort wie „Der öffentliche Dienst bietet einen sicheren Arbeitsplatz“ reicht dafür meist nicht aus.
Überlege stattdessen, welche Aufgaben dich interessieren. Vielleicht möchtest du mit Bürgern arbeiten, an staatlichen Aufgaben mitwirken oder dich für ein bestimmtes Fachgebiet einsetzen. Beschäftige dich außerdem mit der Behörde. Wenn du erklären kannst, was sie macht und weshalb gerade diese Aufgaben zu deinen Interessen passen, wirkt deine Motivation wesentlich glaubwürdiger.
Wie lange dauert eine Selbstpräsentation?
Die Dauer hängt vom jeweiligen Auswahlverfahren ab. Manchmal sollst du dich nur für wenige Minuten vorstellen. In anderen Verfahren ist eine ausführlichere Einzelvorstellung vorgesehen. Deshalb solltest du dich immer genau an die Einladung und die Hinweise deines Arbeitgebers halten.
Übe deine Selbstpräsentation vorher mit einer Stoppuhr. So merkst du schnell, ob du zu viele Einzelheiten einbaust oder wichtige Punkte zu kurz kommen. Es ist sinnvoll, sowohl eine kurze Variante von etwa zwei bis drei Minuten als auch eine ausführlichere Version vorzubereiten. Dann kannst du dich leichter auf unterschiedliche Vorgaben einstellen.
Frei sprechen statt auswendig lernen
Eine gute Vorbereitung bedeutet nicht, dass du deine Selbstpräsentation Wort für Wort auswendig lernen solltest. Das kann schnell unnatürlich wirken. Außerdem kann bereits eine Zwischenfrage dazu führen, dass du den Faden verlierst.
Präge dir lieber die allgemeine Struktur deiner Selbstpräsentation und die wichtigsten Aussagen ein. Kurze Stichpunkte können dir beim Üben helfen. Wenn du genau weißt, welche drei oder vier Botschaften du vermitteln möchtest, kannst du wesentlich freier und natürlicher sprechen.
Auch Körpersprache und Stimme beeinflussen deinen Auftritt. Sprich deutlich, halte Blickkontakt und versuche, nicht zu schnell zu reden. Eine kurze Denkpause ist vollkommen in Ordnung und wirkt meist souveräner als hektisches Weiterreden.
Beispiel für den Aufbau einer Selbstpräsentation
Du könntest deine Vorstellung beispielsweise damit beginnen, kurz zu erklären, welchen Schulabschluss oder welche Ausbildung du derzeit absolvierst. Anschließend berichtest du von einem Praktikum, Nebenjob oder Projekt, durch das dein Interesse am öffentlichen Dienst entstanden ist. Danach stellst du zwei oder drei persönliche Stärken vor und belegst sie mit konkreten Erfahrungen. Zum Abschluss erklärst du, warum du dich bei der jeweiligen Behörde beworben hast und was du dir von der Ausbildung oder Tätigkeit erwartest.
Der genaue Inhalt sollte immer zu deinem eigenen Werdegang passen. Eine Selbstpräsentation wirkt besonders überzeugend, wenn sie persönlich klingt und nicht wie eine allgemeine Vorlage, die genauso gut von jedem anderen Bewerber stammen könnte.
Tipps für Bewerber
Übe deine Selbstpräsentation mehrmals laut. Allein im Kopf klingt vieles kürzer und flüssiger, als es später tatsächlich ausgesprochen wirkt. Bitte eine andere Person um Rückmeldung oder nimm dich mit dem Smartphone auf. So kannst du überprüfen, ob deine Aussagen verständlich sind, ob du häufig Füllwörter verwendest und ob deine Präsentation einen klaren roten Faden hat.
Bereite dich außerdem auf Rückfragen vor. Die Auswahlkommission kann einzelne Punkte deiner Selbstpräsentation aufgreifen und genauer nachfragen. Du solltest deshalb alle genannten Erfahrungen und Stärken erklären können.
Die Gewerkschaft ver.di empfiehlt die Vorbereitungsmaterialien des Ausbildungspark Verlags. Der Ausbildungspark Verlag ist ein renommierter Fachverlag für die Vorbereitung auf Bewerbungen und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst. Mit seinen Büchern und Online-Testtrainern kannst du Vorstellungsgespräche, Selbstpräsentationen und weitere Bestandteile eines Assessment-Centers gezielt trainieren.
Fazit
Die Selbstpräsentation gibt dir die Möglichkeit, der Auswahlkommission zu zeigen, wer du bist, was du mitbringst und warum du dich für die ausgeschriebene Stelle interessierst. Entscheidend ist ein klarer Aufbau mit ausgewählten Erfahrungen und konkreten Beispielen. Wenn du deine wichtigsten Aussagen kennst, frei sprichst und deine Motivation glaubwürdig erklären kannst, schaffst du eine gute Grundlage für einen überzeugenden Auftritt im Auswahlverfahren.
