Tarifvertrag
Öffentlicher Dienst-ABC
Ein Tarifvertrag legt wichtige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte fest. Im öffentlichen Dienst regelt er unter anderem, wie hoch dein Entgelt ist, wie lange du arbeitest, wie viel Urlaub dir zusteht und welche weiteren Leistungen gelten. Wenn du nach Ausbildung oder Studium als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter bei einer Behörde startest, ist der Tarifvertrag deshalb eine der wichtigsten Grundlagen deines Arbeitsverhältnisses.
Inhalte:
TVöD und TV-L: Welche Tarifverträge gibt es?
Beim Bund und bei vielen kommunalen Arbeitgebern gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, kurz TVöD. Für Beschäftigte der Länder gilt überwiegend der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, kurz TV-L. Welche Regelung für dich gilt, erkennst du normalerweise direkt in der Stellenausschreibung. Dort stehen zum Beispiel Angaben wie TVöD Bund, TVöD VKA oder TV-L.
Für dich als Berufseinsteiger ist diese Angabe wichtig, weil sich daraus die Entgelttabelle und viele weitere Arbeitsbedingungen ergeben. Die Tarifverträge sind ähnlich aufgebaut, aber nicht in allen Punkten identisch.
Entgeltgruppe und Stufe bestimmen dein Gehalt
Bei Tarifbeschäftigten richtet sich das Gehalt vor allem nach Entgeltgruppe und Stufe. Die Entgeltgruppe hängt von den Anforderungen und Tätigkeiten der Stelle ab. Die Stufe berücksichtigt insbesondere deine einschlägige Berufserfahrung. Berufseinsteiger ohne anrechenbare Erfahrung starten häufig in einer frühen Stufe.
In Stellenausschreibungen findest du deshalb Angaben wie E 5 TVöD, E 9b TV-L oder E 13 TVöD. Wichtig ist: Dein Schul-, Ausbildungs- oder Studienabschluss allein bestimmt nicht automatisch die Entgeltgruppe. Entscheidend ist die tarifliche Bewertung der Tätigkeit.
Was regelt ein Tarifvertrag außer dem Gehalt?
Ein Tarifvertrag regelt deutlich mehr als nur das monatliche Entgelt. Dazu gehören je nach Tarifvertrag unter anderem Arbeitszeit, Urlaub, Jahressonderzahlung, Zuschläge, Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Kündigungsfristen und Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung. Dadurch sind viele Bedingungen deines Arbeitsverhältnisses bereits verbindlich festgelegt.
Für Bewerber lohnt es sich deshalb, in einer Stellenanzeige nicht nur auf das Bruttogehalt zu schauen. Auch Arbeitszeit, Zusatzleistungen und weitere tarifliche Regelungen können für den Vergleich zweier Stellen wichtig sein.
Tarifvertrag während der Ausbildung
Auch für Auszubildende im öffentlichen Dienst gibt es eigene Tarifverträge. Beim Bund und bei kommunalen Arbeitgebern kann beispielsweise der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, kurz TVAöD, gelten. Bei den Ländern gibt es für viele Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz den TVA-L BBiG.
Diese Ausbildungstarifverträge regeln unter anderem Ausbildungsentgelt, Arbeitszeit, Urlaub und weitere Bedingungen. Deshalb solltest du bei einer Ausbildungsstelle genau darauf achten, welcher Tarifvertrag genannt wird. Das hilft dir, Vergütung und Leistungen verschiedener Ausbildungsangebote besser zu vergleichen.
Tipps für Berufseinsteiger
Wenn du eine Stelle oder Ausbildung im öffentlichen Dienst findest, achte in der Ausschreibung auf die Abkürzungen TVöD, TV-L, TVAöD oder TVA-L. Prüfe außerdem, welche Entgeltgruppe angegeben ist und ob bereits eine Stufe genannt wird. Bei deinem ersten Job solltest du besonders genau hinschauen, ob frühere einschlägige Berufserfahrung, Praktika oder andere Zeiten für die Stufenzuordnung relevant sein können.
Vergleiche Stellen außerdem nicht nur nach der Entgeltgruppe. Der Arbeitgeber, die konkrete Tätigkeit, Arbeitszeit, Zusatzleistungen und Entwicklungsmöglichkeiten sind für deinen Berufseinstieg mindestens genauso wichtig.
Fazit
Ein Tarifvertrag legt zentrale Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst fest. Für junge Berufseinsteiger sind vor allem TVöD und TV-L wichtig, während für viele Auszubildende eigene Tarifverträge wie TVAöD oder TVA-L gelten. Entgeltgruppe und Stufe bestimmen maßgeblich das Gehalt, daneben regeln Tarifverträge viele weitere Bedingungen des Arbeitsalltags.
Wenn du bei einer Stellenausschreibung den genannten Tarifvertrag richtig einordnen kannst, verstehst du schneller, wie die Stelle bezahlt wird und welche Rahmenbedingungen für deinen Einstieg gelten.
