TVöD
Öffentlicher Dienst-ABC
TVöD steht für Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Er ist eine zentrale Grundlage für die Arbeitsbedingungen vieler Tarifbeschäftigter bei Bund und Kommunen. Wenn du nach einer Ausbildung oder einem Studium im öffentlichen Dienst angestellt wirst und nicht verbeamtet bist, kann der TVöD bestimmen, wie deine Stelle bezahlt wird und welche weiteren Arbeitsbedingungen gelten. In Stellenanzeigen erkennst du das häufig an Angaben wie TVöD Bund, TVöD VKA oder einer Entgeltgruppe wie E 5, E 9b oder E 13.
Inhalte:
Für wen gilt der TVöD?
Der TVöD gilt für Beschäftigte des Bundes sowie für Beschäftigte bei vielen kommunalen Arbeitgebern, die über ihre Arbeitgeberverbände an den Tarifvertrag gebunden sind. Dazu können zum Beispiel Bundesbehörden, Städte, Gemeinden und andere kommunale Einrichtungen gehören. Für Beschäftigte der Bundesländer gilt dagegen überwiegend der TV-L. Deshalb solltest du bei einer Stellenausschreibung genau prüfen, welcher Tarifvertrag genannt wird. Für Beamtinnen und Beamte gilt der TVöD nicht, weil sie kein Tarifentgelt, sondern eine gesetzlich geregelte Besoldung erhalten.
TVöD-Gehalt: Entgeltgruppe und Stufe
Wie hoch dein Gehalt nach TVöD ist, hängt vor allem von deiner Entgeltgruppe und deiner Stufe ab. Der TVöD umfasst 15 Entgeltgruppen mit bis zu sechs Stufen. Die Entgeltgruppe richtet sich nach der übertragenen Tätigkeit und den tariflichen Tätigkeitsmerkmalen. Dein Schulabschluss, deine Ausbildung oder dein Studium können dafür wichtig sein, bestimmen die Entgeltgruppe aber nicht automatisch. Die Stufe berücksichtigt vor allem einschlägige Berufserfahrung. Als Berufseinsteiger startest du deshalb häufig in einer frühen Stufe, während anrechenbare Berufserfahrung zu einer höheren Einstufung führen kann. Das Tabellenentgelt kann außerdem durch Zulagen oder Zuschläge ergänzt werden.
Was regelt der TVöD außer dem Gehalt?
Der TVöD regelt deutlich mehr als die monatliche Bezahlung. Dazu gehören unter anderem Arbeitszeit, Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Jahressonderzahlung, Kündigungsfristen und weitere Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis. Je nach Arbeitgeber und Tätigkeitsbereich können zusätzliche Leistungen wie betriebliche Altersversorgung, Jobticket, flexible Arbeitszeiten oder mobiles Arbeiten hinzukommen.
TVöD, TV-L und TVAöD: Was ist der Unterschied?
TVöD und TV-L betreffen vor allem bereits beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der TVöD gilt beim Bund und bei vielen kommunalen Arbeitgebern, während der TV-L überwiegend für Tarifbeschäftigte der Länder gilt. Wenn du eine Berufsausbildung im öffentlichen Dienst beginnst, kann dagegen ein Ausbildungstarifvertrag gelten. Beim Bund und bei kommunalen Arbeitgebern ist das häufig der TVAöD. Für junge Bewerber lohnt es sich deshalb, diese Abkürzungen zu kennen: Sie zeigen dir schon in der Stellenausschreibung, nach welchen tariflichen Regeln deine Beschäftigung oder Ausbildung organisiert ist.
Tipps für Berufseinsteiger
Achte bei jeder Stellenanzeige im öffentlichen Dienst auf den genannten Tarifvertrag, die Entgeltgruppe und Hinweise zur Stufenzuordnung. Wenn dort zum Beispiel E 9b TVöD steht, kennst du bereits die tarifliche Einordnung der Stelle, aber noch nicht automatisch dein genaues späteres Bruttogehalt. Dafür ist zusätzlich die Stufe entscheidend. Vergleiche außerdem nicht nur die Entgelttabelle, sondern auch Arbeitszeit, Urlaub, Zusatzleistungen, Befristung und Entwicklungsmöglichkeiten. So kannst du unterschiedliche Angebote im öffentlichen Dienst deutlich besser einschätzen.
